Zwei ehemalige Schulfreunde trafen sich und erzählten sich von ihren Liebesabenteuern. „Nach der Ernährung ist der Sex der zweitwichtigste und natürlichste Trieb des Menschen“, sagte der eine. „Danach habe ich immer und überall gelebt. Ich habe auch so manche Ehefrau verführt und als Soldat im Krieg alle Freuden genommen, die ich kriegen konnte. Dem Sieger gehört die Welt.“
„Ich gebe dir recht, wenn du sagst, dass die Sexualität zu den wichtigsten Anlagen jedes Menschen gehört“, erwiderte der andere. „Es sollte möglich sein, sie jederzeit auszuleben, wo auch immer Menschen dazu bereit sind und das Gleiche wollen. Doch alles hat seine Grenzen. Unser Selbsterhaltungstrieb, das heißt der Drang nach Trinken und Essen, ist stark und lebensnotwendig. Trotzdem darf er nicht dazu führen, dass wir in Restaurants gehen und anderen vom Teller essen, was die sich bestellt haben. Wir dürfen auch nicht in Kaufläden gehen und uns zusammenklauen, was wir essen möchten und nicht völlern und prassen, wenn um uns herum andere hungern müssen. Ähnlich ist es auch mit der Sexualität. Wir hocken nicht mehr nachts auf den Bäumen, sondern haben uns entwickelt. Man nennt dies Zivilisation.“
Fazit: Wer für die freie geschlechtliche Entfaltung eintritt, muss darauf bedacht sein, dass Missbräuche nicht dazu führen, dass sie nicht wieder eingeschränkt und gemaßregelt wird.
Oder: Freiheit und Triebe haben immer dort ihre Grenzen, wo die Freiheit und Bedürftigkeit anderer beginnt.
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