Ein Forscher war berühmt und berüchtigt wegen seiner Eitelkeit. Wann immer er nach seinen Forschungsergebnissen befragt wurde, ließ er keine Gelegenheit aus, um sich selbst ins rechte Licht zu rücken und von seinen großartigen Taten zu erzählen.
Als der Rektor einer Universität verzweifelt nach einem Referenten suchte, der aus Anlass des 50. Todestags eines Nobelpreisträgers der Physik eine Rede halten sollte, schlug ihm sein Kanzler eben diesen Wichtigtuer vor.
„Der stellt sich am liebsten aber doch nur selber dar“, antwortete der Rektor.
„Bei Einstein wird er sich das nicht trauen“, erwiderte der Kanzler. „Einstein war Physiker, unser Wichtigtuer ist Biologe. Außerdem geht es nur um einen Mann und ein Ereignis. Da bleibt zur Eigendarstellung kein Raum.“
Der Rektor stimmte zu und der Wichtigtuer begann seine Rede:
„Fast genau drei Wochen nach meinem Geburtstag starb der größte aller Physiker. Es war eine schwierige Zeit. Meine Eltern berichteten mir von Kriegen und Hungersnöten. Mein Vater war Studienrat und legte großen Wert auf meine Ausbildung …“ Erst in der zweiten Hälfte seiner Ausführungen kam er auch auf Einstein zu sprechen.
Fazit: Zur Selbstdarstellung finden Eitle immer eine Gelegenheit.
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