Ein Mann kam von einer Auslandsreise in sein Heimatland zurück. Er fuhr im Auto und überschritt die vorgeschriebene Höchstgeschwindigkeit. Da wurde er von einem Polizisten gestoppt.
„Sie sind erheblich zu schnell gefahren“, sagte der zu ihm. „Das macht eine Buße von…“ Er nannte eine stattliche Summe.
„Kann ich das Geld überweisen?“, fragte der Fahrer. „Ich habe nicht genug Bargeld bei mir und das zum großen Teil in ausländischer Währung.“
„Das geht nicht“, antwortete der Polizist. „Über wie viel Bargeld verfügen Sie denn? Der Umrechnungskurs für die fremde Währung ist mir bekannt.“
Der Fahrer öffnete sein Portemonnaie und die beiden zählten zusammen, was sich darin befand. Es lag etwas unterhalb der geforderten Strafe.
„Dann will ich mal nicht so streng sein und mich mit der vorliegenden Summe begnügen“, erklärte der Polizist.
„Einen kleinen Betrag brauche ich dringend noch für mich“, erwiderte der Fahrer. „Ich muss in die nahe Großstadt und dort parken. Wenn ich die Parkgebühr nicht zahlen kann, droht mir der nächste Schlamassel.“
„Dann ziehen wir auch diesen Betrag noch ab“, sagte der Polizist. „Aber achten Sie darauf, dass Sie sich in Zukunft an die Geschwindigkeitsvorschriften halten.“
Der Fahrer versprachs und setzte seine Fahrt fort. Als er zuhause angekommen war, erzählte er seinem Bruder von seinem Erlebnis. Der runzelte die Stirn und fragte: „Hat dir der Polizist eine Quittung ausgestellt?“
„Nein, das hat er nicht“, antwortete der Fahrer.
„Dann kannst du davon ausgehen, dass er sich privat von dir bezahlen lassen hat“, erwiderte der Bruder.
Fazit: Ordnungsverstöße dürfen nur nach klaren und festen Ordnungsprinzipien geahndet werden.
Oder: Wenn Ordnung herrschen soll, muss sie von allen eingehalten werden.
Oder: Korrupte Ordnungshüter können jede Moral zerstören.
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