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kurze Theaterstücke für integrative Kindergruppen

Christina Lange und Florian Russi

Der Reformator und die Unterstützer

Der Reformator und die Unterstützer

Florian Russi

Zum Schluss hatten alle, die mit ihm zu tun hatten, unter der Schreckensherrschaft des Diktators gelitten. Als er endlich starb, empfanden sie es als Befreiungsschlag und auch als Rettung ihres Lebens.

Wider Erwarten setzte sich als Nachfolger ein Mann durch, der das Leben im Lande von Grund auf reformieren und für Freiheit und Gerechtigkeit sorgen wollte.

Da suchten die Unterstützer des verstobenen Diktators das Gespräch mit dem Reformator und erklärten: „Endlich ist es vorbei mit der Willkür in unserem Land. Nicht nur das gemeine Volk, auch wir haben unter der Terrorherrschaft des Diktators gelitten. Jetzt sind wir bereit, auch dich zu unterstützen.“

„Darauf werde ich verzichten“, antwortete der Reformator. „Ich selbst und unser ganzes Volk haben viele Jahre in großer Angst, Not und Verzweiflung gelebt. Der Verstorbene war ein übler und brutaler Tyrann. Doch allein hätte er nie etwas ausrichten können. Für seine Herrschaft brauchte er willfährige Handlanger. Ohne euch wäre er ein ohnmächtiger Spinner gewesen. Also haftet ihr auch für ihn. Ich will Gerechtigkeit, und die Gerichte werden über euch entscheiden. Unser Volk hat ein Recht darauf, dass sein Leidensweg gesühnt wird.“

Fazit: Wer kann erklären, wie es möglich ist, dass einzelne Menschen ganze Völker terrorisieren?

Oder: Ein Verbrecher allein kann nur kleine Verbrechen begehen.

Oder: Wer Verbrecher unterstützt, ist Teil ihrer Gang.

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