Es waren schlimme Zeiten. Im Deutschen Reich hatten Hitler und die Nationalsozialisten die Macht ergriffen. Sie verfolgten eine rassistische Ideologie, die schließlich zum 2. Weltkrieg und zur grausamen und verbrecherischen Judenverfolgung führte. Begonnen wurde dabei mit Machtdemonstrationen, Aufmärschen und Massenversammlungen. Dabei war es üblich, den rechten Arm zum sogenannten Deutschen Gruß zu erheben. So geschah es auch in einer kleineren Stadt, deren Name keine Rolle mehr spielt. Ein Teilnehmer jüdischer Herkunft hatte an einer der Massenversammlungen teilgenommen. Dabei wurde er von zwei fanatischen Nationalsozialisten beobachtet und anschließend bei der Polizeibehörde angezeigt. Daraufhin erhielt er von der Behörde einen Brief: „Wie genau bei der Veranstaltung beobachtet wurde, haben Sie beim Deutschen Gruß nicht den rechten, sondern den linken Arm erhoben. Damit haben Sie deutlich gemacht, dass Sie sich bewusst außerhalb des deutschen Volkes und seines großen Führers stellen. Wir laden Sie daher vor, um dazu eine Erklärung abzugeben. Ihr Verhalten wird strafrechtliche Folgen haben!“
Der Angegriffene antwortete: „Ich tippe meine Antwort mit der linken Hand auf meiner Schreibmaschine. Im 1. Weltkrieg habe ich mich freiwillig an die Front gemeldet, um meinem Volk und Vaterland zu dienen. Dabei wurde ich schwer verwundet und habe meinen rechten Arm verloren. Nur der linke ist mir verblieben.“
„Dann hatten Sie auf dieser Versammlung nichts zu suchen“, wurde ihm in der Behörde erklärt.
Fazit: Gegenüber Fanatikern helfen keine Wahrheiten und Argumente.