Auf einer Fachtagung von Geschichtswissenschaftlern hielt ein Historiker das Hauptreferat. „Bisher habe ich Geschichte immer als einen Ablauf von Ereignissen verstanden und meine Rolle darin gesehen, sie zu dokumentieren und ohne Besserwisserei nachzuvollziehen. Schon in der Schule habe ich gelernt: „3-3-3 bei Issos Keilerei“ und vom Lehrer gehört, welch großartiger Militärstratege Alexander der Große gewesen ist.
Inzwischen forsche ich über die Geschichte des Verbrechens und komme zu völlig neuen Erkenntnissen und Ergebnissen. Alexander hatte keinerlei Recht dazu, das Perserreich zu überfallen und Abertausende Menschen zu töten. Jemanden, der andere außer im Fall der Notwehr um ihr Leben bringt, kann nicht „groß“ genannt werden. Er war ein Kriegsverbrecher. Das Gleiche gilt für Cäsar, Friedrich von Preußen, Napoleon, Mao Tsetung und viele andere.
Wenn sie rechtzeitig aus dem Leben geschieden wären, hätten Millionen andere überlebt und vielleicht viel Gutes getan.“
Fazit: Groß sollte nur werden, wer Gutes tut.
Oder: Statt von „groß“ sollte man manchmal nur von „abnorm“ sprechen.
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