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Johannes E. R. Berthold
Die Bunte-Kinder

wahrhaftige Geschichten aus einer wundervolle Kindheit auf dem Land

Der Hausbesetzer

Der Hausbesetzer

Florian Russi

Eines Abends kam ein Hausbesitzer nach Hause. Als er sich zum Schlafen in sein Bett legen wollte, lag darin bereits ein ihm unbekannter Mann und schnarchte. "Was machen denn Sie in meinem Bett?", entfuhr es dem Hausbesitzer.

Da richtete sich der fremde Mann auf, rieb sich die Augen und erklärte: "Dies ist das Haus meiner Großeltern. Ich habe ein Recht, darin zu wohnen."

"Das Haus gehört mir", schrie ihn der Hausbesitzer an. "Vor zehn Jahren habe ich es gekauft. Ein Notar hat es beurkundet. Im Grundbuch bin ich als Eigentümer eingetragen."

"Meine Großeltern waren es, die dieses Haus gebaut haben. Was später damit geschah, interessiert mich nicht. Ich werde jetzt dort einziehen."

Der Fremde richtete sch auf. Er war von kräftiger Gestalt und blickte bedrohlich. Der Hausbesitzer traute sich nicht, ihn anzugreifen. Deshalb sagte er nur:

"Ich bin überaus müde und werde mich deswegen auf mein Sofa zum Schlafen legen. Morgen früh werde ich die Polizei anrufen. Dann wird sich alles aufklären."

Am folgenden Tag in der Frühe klingelte ein Nachbar an der Haustür, und als der Hausbesitzer ihm öffnete, sagte der: "Ich habe gestern gesehen, wie jemand durch die Kellertür in Ihr Haus gegangen ist. Ich hoffe, dass dies seine Richtigkeit hatte und es kein Dieb war, der unberechtigt eingebrochen ist."

Noch ehe ihm der Hausbesitzer antworten konnte, trat der Eindringling zu den beiden, hielt eine Pistole vor sich und erklärte: "Wagen Sie es nicht, meinen Anspruch auf dieses Haus in Frage zu stellen, sonst mach ich mit Ihnen kurzen Prozess!"

Da erschrak der Nachbar sehr und antwortete: "Ich bin nur der Nachbar und bereit, zwischen Ihnen beiden zu vermitteln. Das Haus ist groß genug für Sie beide. Sie können die Zimmer untereinander aufteilen und die Küche gemeinsam benutzen. Ich bin immer für Verständigung und so sollte auch hier eine friedliche Lösung möglich sein."

Fazit:

Wer Angst vor Gewalt hat, verliert leicht seine Rechte

oder 

Kompromisse sind nur da angebracht, wo gleiche Rechte sich gegenüberstehen.

 

*****

Vorschaubild: der-zorn-kämpfen-männlich-mann-1300528, 2016, Urheber: OpenClipart-Vectors via Pixabay CCO.

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