Ein Angestellter hatte mitbekommen, dass die Geschäftsleitung seiner Firma einen schweren Betrug begangen hatte. Da beschloss er, seinen Chef zu erpressen. Er drohte, die Betrüger zu verraten, wenn man ihm nicht ein hohes Schweigegeld zahlen würde.
„Der Fall muss absolut vertraulich bleiben. Wir treffen uns an einem geheimen Ort. Dort wird einer der mir Vertrauten Ihnen das geforderte Geld übergeben. Sie können es nachzählen und werden mir anschließend ein Dokument unterschreiben, dass unsere Anwälte entworfen haben. Ich vertraue darauf, dass Sie die Angelegenheit für sich behalten und unserer Firma trotz allem verbunden bleiben“, sagte der Chef zu ihm.
Der Angestellte ging darauf ein und traf sich kurze Zeit später an einem abgelegenen Ort mit dem Chef und seinem Begleiter. Der öffnete einen Koffer, der mit Geld gefüllt war. Der Angestellte zählte nach und zeigte sich einverstanden. Dann legte ihm der Chef das angekündigte Dokument vor. Darauf stand: „Sehr geehrter Herr Kollege, an dem vielen Geld im Koffer sehen Sie, wie wichtig uns Ihre Verschwiegenheit ist. Doch auch die doppelte Summe würde uns keine sichere Gewähr geben, dass Sie tatsächlich Ihren Mund halten. Deshalb ist es für uns der sicherste Weg, dass wir Sie persönlich ausschalten. Dies wird mein Begleiter diskret für uns besorgen. Er ist ein geübter Killer.
Ein letzter Gruß!
Ihr Chef“
Fazit: Geheimnisse werfen oft neue Probleme auf.
Oder. Wer sich außerhalb der Rechtsordnung begibt, befindet sich im rechtsfreien Raum.
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