Deutschland-Lese

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Autor Christoph Werner lässt den Weimarer Unternehmer und Verleger Friedrich Justin Bertuch zurückblicken auf das eigene Leben.

Ein Tag im Leben des Friedrich Justin Bertuch

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Das Gute

Das Gute

Florian Russi

Eine Frau und ein Mann stritten sich über den Philosophen Sokrates und dessen Begriff des „Guten“. „Das Gute an sich gibt es nicht“, erklärte der Mann. „Es hängt immer vom jeweiligen Fall ab. So sind Soldaten aus meinem Land in deines eingedrungen und wollen es beherrschen. Sie haben es getan, weil wir gut und im Recht sind und ihr böse über uns denkt.“

„Wir waren friedlich, haben euch nie etwas getan und wollten nur unsere eigene Freiheit“, antwortete die Frau. „Was wir über euch denken, ist unsere eigene Angelegenheit. Wir haben euch nie einen Grund gegeben, über uns herzufallen.“

„Wenn wir den Krieg erst einmal gewonnen haben, werdet auch ihr eingestehen müssen, dass wir die Guten sind. Unsere Kirchenväter sagen sogar, dass Gott persönlich auf unserer Seite ist“, erwiderte der Mann. Zwischen ihm und der Frau erhob sich ein Streit, der immer heftiger wurde.

Das hörte ein Dritter mit, der sich in der Nähe aufhielt. Er trat zu den beiden und erschlug den Mann mit einem Gehstock. Dann sagte er: „Da ihr beiden euch nicht einig wurdet, wer oder was gut und richtig ist, habe ich mich entschieden zu handeln. Der einzig Gute in unserem Lande bin nämlich ich.“

Fazit: Wer entscheidet über Gut und Böse – Menschen, Götter, Zufälle oder Macht?

 

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Vorschaubild: illustrations/himmel-hölle-gegenteil-wolken-1549875/, Urheber: Alexa auf Pixabay.

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