„Die Savanne ist groß, sie bietet viele Möglichkeiten, wie gut wäre es für uns alle, wenn wir in Frieden zusammenleben würden.“, sagte das Nashorn und richtete sich auf zu voller Größe. Die anderen Tiere hörten es und stimmten eifrig zu. Sie malten sich aus, wie schön ihr Leben wäre, wenn sie sich nicht ständig davor fürchten müssten, von anderen Tieren bedroht zu werden. Gemeinsam forderten sie das Nashorn auf, eine Friedensordnung zu verkünden. Das Nashorn ließ sich nicht zweimal bitten und erklärte feierlich, dass alle Tiere der Savanne sich zukünftig nur noch friedlich begegnen dürften. Alle anderen Tiere stimmten einstimmig zu.
Ein Jahr später berief das Nashorn eine Versammlung ein, um darüber zu sprechen, ob das Friedensgesetz auch eingehalten wurde. Von allen Seiten kamen sie zusammen: Löwen, Gazellen, Zebras, Strauße, Hyänen, Gnus, Giraffen und viele, viele andere.
Stolz richtete sich das Nashorn auf und sagte: „Nun erzählt, wie es euch mit unserem Friedensgesetz ergangen ist.“
„Wir sind sehr für den Frieden“, riefen da die Löwen und fielen über die anwesenden Gazellen, Gnus, Zebras und Strauße her. Geparden und Hyänen taten es ihnen nach. Das Geschrei war riesig. Das Nashorn wurde nur verschont, weil es so groß und kräftig war.
Fazit: Gute Gesetze nutzen nicht, wenn sie nicht befolgt werden.
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Vorschaubild: vectors/tier-hook-lippen-säugetier-nashorn-157005/, Urheber: OpenClipart-Vectors auf Pixabay; neu berarbeitet von Carolin Eberhardt.