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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Bürokratie

Bürokratie

Florian Russi

Kratia heißt im Griechischen Herrschaft und so bedeutet Bürokratie, dass in einem Staat die Verwaltung überhandnimmt und die klassische Gewaltenteilung von Gesetzgebung, Gesetzesanwendung (Verwaltung) und Rechtsprechung (Justiz) dominiert. Verwaltung ist notwendig, doch unter Bürokratie leiden alle, die ein Anliegen an den Staat und seine Institutionen haben bzw. in ihren Handlungen und Befugnissen übermäßig beschränkt werden.

Deshalb machte sich der Innenminister eines Landes rundum beliebt, als er ankündigte, die Bürokratie in seinem Staat abzubauen. Nachdem ein Jahr vergangen war, fragte ein Abgeordneter des Parlaments nach, wieweit der Bürokratieabbau bisher vorangeschritten sei. Der Minister ließ ihm folgendes mitteilen:

Als erstes habe ich eine Kommission gebildet, die den Abbau vorantreiben soll. Sie besteht aus über hundert höchst qualifizierten Kräften und ebenso vielen Fachkräften, die ihnen dabei zur Hand gehen. Unterstützt werden sie durch ein Institut von Wissenschaftlern und Mitarbeitern, die herausfinden sollen, wo und inwieweit der Abbau möglich und sinnvoll ist. Deren Forschung braucht natürlich eine gewisse Zeit, um zu Ergebnissen zu kommen. Das Ziel bleibt klar: Wir wollen die Bürokratie reduzieren. Wenn nötig, werden wir dazu eine neue Kommission einberufen.

Fazit: Wenn man die Macht von Verwaltungen einschränken will, darf man dazu nicht eine Verwaltung beauftragen.

 

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Vorschaubild: photos/dokumente-dateien-irrat-datei-3816835/, Urheber: Mariann Szőke auf Pixabay.

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