Ein Lehrer diskutierte mit zwei Schülern über die Weltlage. Der erste der Schüler sagte: „Unsere Welt wird zurzeit fast nur von Schurken regiert.“ Der zweite Schüler ergänzte: „Und die meisten Menschen folgen ihnen wie eine Hammelherde.“
„Mit dem Schurkenvorwurf habt ihr leider Recht“, antwortete der Lehrer. „Selten war es in der Geschichte der Menschheit so, dass zur gleichen Zeit so viele Gewaltherrscher und Verbrecher regierten. Doch ich sehe auch Widerstand und natürliche Grenzen. Keine Herrschaft, die je ein Tyrann errichtet hatte, hat sich auf Dauer halten können. Nehmt als Beispiel Hitler und Stalin, die wohl übelsten Gewaltherrscher der Geschichte. Beide haben Reiche aufgebaut, die wieder zusammengebrochen sind, das von Hitler bereits nach wenigen Jahren. Beide hatten auch persönlich einen schmählichen Tod. Ihr Leben hat nichts zur Menschheitsentwicklung beigetragen.
Anders zwei Persönlichkeiten, die für Freiheit, Frieden und Gerechtigkeit eingetreten sind: Sokrates, dessen Philosophie bis heute nachwirkt, und Jesus Christus, dessen Lehren bis heute Milliarden Anhänger hat. Beide wurden ungerecht zum Tod verurteilt. Beide hätten ihr Leben retten können, wenn sie ihre Überzeugung verraten hätten, aber sie haben es geopfert, weil sie redlich und sich treu blieben.
Wenn darüber hinaus Jesus Recht hat, dann werden alle Schurken dieser Welt vor dem Ewigen Gericht zur Verantwortung gezogen. Letztlich wird niemand der Gerechtigkeit entkommen.“
Fazit: Wie viel menschlicher Fortschritt mag wohl durch Tyrannenherrschaft verhindert worden sein?
Oder: Tyrannen halten sich nur mit Gewalt und Unterdrückung.
Oder: Was steht dem Homo Sapiens mehr zu Gesicht: Geist oder rohe Gewalt?
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