Es war ein kleines Ländchen mit einer vielseitigen Industrie, die viele gescheite Köpfe auch von weit her anzog, so dass sich in dem Ländchen viele Bewohner drängten. Daraufhin schloss sich eine Gruppe von Einheimischen zusammen und ließ ihren Sprecher verkünden: „Wir wollen unsere altgewohnte Heimat zurückhaben. Nur wir haben hier das Lebensrecht. Die Arbeitsplätze sind nur für uns und unsere Kinder. Alle Ausländer müssen uns verlassen.“
Die Gruppe gründete eine Partei und da nur die Einheimischen wählen konnten, erreichte diese bei den folgenden Wahlen die Mehrheit im Parlament. Sie bildete die neue Regierung, die sofort veranlasste, dass alle Ausländer das Ländchen verlassen mussten. Nun waren die Einheimischen wieder unter sich und es standen ihnen alle Arbeitsplätze offen. Es waren hunderte Arzt- und Pflegestellen und ungezählte Arbeitsplätze im technisch-elektronischen Bereich. Unter anderem waren die hoch bezahlten Direktorenposten in einem Unternehmen, das Schmerzmittel herstellte und einer Chipfabrik zu besetzen. Die Einheimischen griffen zu. Zum Problem wurde es allerdings, dass sie in den meisten Bereichen weder Kenntnisse noch Erfahrungen hatten. So wurden viele Fehlentscheidungen getroffen und es kamen etliche Wirtschaftszweige zum Erliegen. Viele Arbeitsplätze wurden nicht frei, sondern fielen weg. Das Ländchen verarmte. Da es auch an Bademeistern fehlte, kam es leider auch in zwei Fällen dazu, dass kleine Kinder im Schwimmbad ertranken.
Fazit: Wer heute noch glaubt, es ließe sich alles im gewohnten Umfeld regeln, ist nicht von gestern, sondern von vorgestern.
*****
Vorschaubild: vectors/hobo-landstreicher-obdachlos-33526/, Urheber: Clker-Free-Vector-Images auf Pixabay;neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.