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Berndt Seite

N wie Ninive
Erzählungen

In metaphorisch einprägsamen Stil  werden verschiedene Schicksale erzählt, die ihren Haupthelden alles abverlangen, sie an ihre Grenzen bringen. Bei der Frage nach der Schuld, nach Gerechtigkeit und Gott verstricken sich Zukunft und Vergangenheit. 

"Er hat einen eigenen Ton, ein bisschen mecklenburgisch erdenschwer, aber dann auch wieder sehr poetisch"

Frankfurter Allgemeine 07.10.2014 Nr. 232 S. 10 

Die Hühner und das Rebhuhn

Die Hühner und das Rebhuhn

Äsop

Ein Mensch, der sich viele Hühner hielt, fand im Feld ein Rebhuhn, das nicht mehr fliegen konnte. Er nahm es auf und brachte es zu seinen Hühnern. Dort, so dachte er, würde es eine passende Umgebung finden, in der es zufrieden leben konnte.

Die Hühner waren jedoch alles andere als freundlich zu dem Neuankömmling. Sie pickten und hackten nach ihm und vertrieben ihn, wenn er an ihrem Fressen teilhaben wollte. Darunter litt das Rebhuhn sehr. Tief traurig verkroch es sich einem entlegenen Winkel des Hühnerhofs. Von dort beobachtete es das Treiben der Hühner.

Was es da sehen musste, war, dass die Hühner nun gegenseitig aufeinander losgingen, aufeinander einhackten und sich die Federn rupften. Es hat also nicht an mir gelegen, dachte das Rebhuhn, die Hühner sind auch untereinander feindselig und bösartig.

Fazit: Wer boshaft ist, findet immer ein Opfer
oder
Wirklichen Frieden wird es erst geben, wenn alle Lebewesen die Boshaftigkeiten einstellen.

*****

nacherzählt von Florian Russi

Vorschaubild: Collage aus zwei Bildern von pixabay (gemeinfrei)

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