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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Machiavelli und die Infamie des IS

Machiavelli und die Infamie des IS

Florian Russi

Der Islamische Staat (IS) und ähnlich gelagerte Organisationen treten vor allem mit zwei Systemen in Erscheinung: der Forderung nach dem Gottesstaat und den Terroraktionen, die zumeist von selbstmordbereiten sogenannten Soldaten ausgeübt werden. Dabei tritt der IS sehr selbstbewusst auf. Er appelliert an Gläubige in aller Welt und fordert sie auf, sich rekrutieren zu lassen und bereit zu sein, im Kampf ihr Leben zu opfern.

Bei näherer Betrachtung ist es jedoch so, dass die beiden Systeme nicht Ausdruck von Stärke, sondern von Schwäche sind. Bei Machiavelli finden wir dazu interessante Hinweise.

In seinem bekannten Werk „Der Fürst“ befasst er sich auch mit den sogenannten geistlichen Herrschaften. Hier schreibt er:

„…, denn sie werden durch altüberlieferte, in den Religionen wurzelnde Einrichtungen gestützt, die so stark und von solcher Art sind, dass sie den Herrscher an der Macht halten, wie immer dieser auch handeln und leben mag.“

Wer wie der IS nun einen Gottesstaat errichten will, macht damit deutlich, dass die eigenen politischen Ideen und Programme und die eigene Tüchtigkeit oder Lauterkeit der führenden Personen nicht ausreichen würden, dass beherrschte Volk auf Dauer zu überzeugen und zu gewinnen. Stattdessen werden angeblich von Gott gewollte Regeln und Gesetze aufgestellt und die Beherrscher des Staates diktieren und kontrollieren sie und brauchen sich nicht zu rechtfertigen, weil es ja angeblich Gottes Wille ist, den sie durchsetzen. Gott muss man schließlich immer gehorchen.

Ein solches System ist raffiniert angelegt, aber im Grunde erbärmlich. Hier sind eigene Schwäche und Unfähigkeit mit dem Mantel des angeblichen Göttlichen zugedeckt.

Das zweite Thema, der Opfermut der sog. Soldaten ist ebenso raffiniert, aber auch menschenverachtend und verbrecherisch. Machiavelli rät den Herrschenden dringend davon ab, Kriege mit Söldnern zu führen. Söldner kämpfen aus Eigeninteresse. Sie haben keine gewachsene Beziehung zu dem Land, für das sie kämpfen sollen. Wenn der Krieg beendet ist, können sie nicht in einen früher ausgeübten Beruf zurückkehren. Also vagabundieren sie herum, plündern, sind disziplin- und treulos. So werden sie für die Herrschenden zum Problem.

Der IS hat dieses Problem effektvoll und infam gelöst. Auch er weiß, dass die fremd angeworbenen „Soldaten“ zum großen Teil naive Sinnsuchende, Verwirrte, geistig Verblendete, Fanatiker oder Verbrechernaturen sind. Deshalb hat er einen Weg gefunden, diese Kreaturen zu nutzen und schnell wieder loszuwerden. Er schickt sie in den sog. Dschihad und lässt sie sich selbst in die Luft sprengen. Das zeigt doppelte Wirkung: Die angegriffene Welt fürchtet sich und das Problem, die gefährlichen fremden Soldaten zu integrieren ist der IS los. Unmenschlich, erbärmlich und eine Beweis von innerer Schwäche ist das.

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Foto: Wikipedia.org- gemeinfrei

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