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Die verlassene Schule bei Tschernobyl - Lost Place

Nic

Am 26. April 1986 kam es im Atomkraftwerk Tschernobyl zu einer der schlimmsten Nuklearkatastrophen. Die freigesetzte Radioaktivität entsprach dem zehnfachen der Atom-Bombe von Hiroshima 1945. Erst drei Tage später wurde die 3 km entfernte Stadt Prypjat evakuiert und alle Bürger mussten ab 14 Uhr "vorübergehend" ihren Wohnort verlassen. Seither ist die Mittelschule der Stadt verwaist.

30 Jahre Leerstand hinterlassen Ihre Spuren. Doch genau die machen den Ort sehenswert. Der Großteil der Mittelschule ist in einem unberührten Verfallszustand. Die Wände verlieren ihre Farbe, die alten Schulbücher erinnern an den einstigen Schulalltag. Das Heft zeigt Klassenräumen, Flure, die Turnhalle und die große Schulaula.

Das Heft bietet in der Mitte ein doppelseitiges Poster.

ISBN: 978-3-86397-121-2

Preis: 3,00 €

Christliches Europa ?

Christliches Europa ?

Florian Russi

Wer ist mein Nächster?

Die Einstellung von Menschen und Organisationen zu bestimmten Fragen zeigt sich am deutlichsten in Situationen von Enge und Not. So ist es auch heute in Anbetracht der großen Flüchtlingskrise. Hier hört man sehr oft - auch von Ungläubigen - das Argument, Europa sei ein christlich geprägter Kontinent und könne die Aufnahme einer größeren Zahl von Mohammedanern nicht verkraften. Was aber bedeutet christliche Prägung?

Die Kerngebote des Christentums ergeben sich aus der Lehre Jesu Christi. Auf die Frage, welches das wichtigste Gebot überhaupt sei, antwortete er: „... du sollst den Herrn, deinen Gott, lieben mit ganzem Herzen und ganzer Seele, mit all deinen Gedanken und all deiner Kraft. Als zweites kommt hinzu: Du sollst deinen Nächsten lieben wie dich selbst. Kein anderes Gebot ist größer als diese beiden." (Markus, 12, 30 u. 31)

Höhepunkt der Lehrtätigkeit Christi war die sogenannte Bergpredigt mit ihren Seligpreisungen. Dort heißt es „Selig die Barmherzigen, denn sie werden Erbarmen finden" und „Alles was ihr von anderen erwartet, das tut auch ihnen." (sog. „Goldene Regel") (Matthäus, 5,7 und 7,12)

Jesus lehrte gerne in Form von Gleichnissen. Auf die Frage eines Gesetzeslehrers, wer sein „Nächster" sei, erzählte er das Gleichnis vom barmherzigen Samariter (Lukas, 10,30), der dem, der von Räubern überfallen und halb tot geschlagen worden war, als einziger Hilfe geleistet hatte.

Wer sich auf das Christentum beruft, kann an diesen Lehren nicht vorbeisehen. Tatsächlich sind viele Christen zurzeit in bewundernswertem Einsatz, um denen zu helfen, die in ihrer Heimat mit dem Tod bedroht und verfolgt werden und jetzt in Europa Schutz suchen. Dagegen steht die Kälte, mit der einige europäische Regierungen ihre Grenzen für Verfolgte aus muslimischen Ländern geschlossen haben. Niemand kann erwarten, dass wir alle, die zu uns wollen, als Neubürger in unseren Ländern aufnehmen. Doch zurzeit unternehmen die meisten europäischen Staaten nicht einmal den Versuch, diejenigen herauszufiltern und zu unterstützen, die wegen Verfolgung und absoluter Lebensgefahr ihre Heimat verlassen mussten. Sie sind nicht einmal bereit, dafür zu zahlen, dass wirksame Maßnahmen der Flüchtlingskontrolle an den Außengrenzen Europas vorgenommen werden können. Mögen die Länder an den Grenzen Europas doch selbst sehen, wie sie klarkommen. Das ist ein Skandal von historischem Ausmaß, ein Verstoß gegen den (europäischen) Geist des Humanismus und vor allem gegen die christlichen Lehren. Es ist ein Grund, sich zu schämen und wenn man das Christentum ernst nimmt, eine schwere Sünde.

 

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Vorschaubild: Rembrand: Moses zerschmettert die Gesetzestafeln. (1659. Heutiger Standort: Gemäldegalerie Berlin). Quelle: wikimedia commons.

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