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Johann Joachim Winckelmanns Wirken auf Schloss Nöthnitz und in Dresden

Klaus-Werner Haupt

Nach rastlosen Jahren findet Johann Joachim Winckelmann auf dem nahe Dresden gelegenen Schloss Nöthnitz eine Anstellung als Bibliothekar. Die bünausche Bibliothek und die Kunstsammlungen der nahen Residenzstadt ermöglichen Kontakte mit namhaften Gelehrten. In ihrem Kreise erwirbt der Dreißigjährige das Rüstzeug für seine wissenschaftliche Karriere. Sein epochales Werk „Gedancken über die Nachahmung der Griechischen Werke in der Mahlerey und Bildhauer-Kunst“ (1755) lenkt den Blick auf die Kunstsammlungen Augusts III. und ebnet den Weg nach Rom.

Winckelmanns Briefe, von denen mehr als fünfzig aus den sächsischen Jahren überliefert sind, lassen seinen Karrieresprung, aber auch seine persönlichen Nöte vor unseren Augen lebendig werden. Zwei Gastbeiträge über die jüngere Geschichte des Schlosses und die Visionen der Freunde Schloss Nöthnitz e. V. runden den Jubiläumsband ab.

Die Pfahlbauten in Unteruhldingen

Die Pfahlbauten in Unteruhldingen

Florian Russi

Nacherlebbare Stein- und Bronzezeit

Pfahlbauhütten in Unteruhldingen
Pfahlbauhütten in Unteruhldingen

Das Leben unserer stein- und bronzezeitlichen Vorfahren war äußert beschwerlich. Sie waren in ständiger Sorge um Nahrung, Sicherheit und Gesundheit. Ernteausfälle, Klimaschwankungen, Unwetter, Stammeskriege, räuberische Überfälle, Verletzungen, Krankheiten bildeten für sie ständige Gefahren. Deshalb bemühten sie sich schon früh um Wohnplätze, die ihnen günstige Lebensbedingungen boten. Ein beliebtes Siedlungsgebiet waren die Landschaften rund um die Bodensee. Hier fanden die Bewohner Handelswege, fruchtbares Land und gute Möglichkeiten für Fischfang und Jagd. Um sich von Hochwasser und Eindringlingen zu schützen, legten sie ihre Siedlungen aufs Wasser und errichteten ihr Wohnhütten auf Pfählen. In diesen Pfahlbauten lebten sie dann von Überschwemmungen, wilden Tieren und menschlichen Räubern relativ geschützt.

Einbaum im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen
Einbaum im Pfahlbaumuseum Unteruhldingen

Ihr wichtigstes Fortbewegungsmittel war der Einbaum. Der bestand aus einem ausgehöhlten Baumstamm, der nach vorne spitz ausgehauen war. So wurde er zu einem schnellen Boot, das von einer Person leicht zu steuern war. Da ausreichend dicke Bäume genutzt wurden, boten sie auch genügend Platz, um Fische und andere Waren aufzunehmen und zu transportieren.

Die Ernährung der Bewohner war eintönig. Fleisch war eine Seltenheit, viele heute beliebte Nahrungsmittel wie Kartoffel, Reis oder Tomaten waren unbekannt. Gegessen wurde hauptsächlich Getreidebrei, einfache Brote, Hülsenfrüchte und pflanzliche Öle. Die handwerklichen Künste waren schon weit entwickelt.

Rundgang im Pfahlbaumuseum
Rundgang im Pfahlbaumuseum

Wie viele solcher Pfahlbausiedlungen es um den Bodensee gab, lässt sich nicht mehr sicher nachvollziehen. Es sollen über 100 Standorte gewesen sein. Dabei handelte es sich meist um sehr kleine Siedlungen. Einige konnten mit wissenschaftlichen Methoden nachvollzogen und bestimmten Bewohnern zugeordnet werden.

Im Jahr 1922 wurde damit begonnen, die Überreste näher zu erforschen und teilweise wiederherzustellen. So entstand das Pfahlbaudorf Unteruhldingen. Zu ihm gehört ein Museum, das Aufschluss gibt über die Lebensweise der früheren Bewohner und die Gegenstände, die sie zum Leben brauchten. Ein Rundgang durch das rekonstruierte Dorf mit 23 Pfahlbauhütten vermittelt einen guten Eindruck vom Leben in der Stein- und Bronzezeit am Bodensee.

Die Anlage ist das meist besuchte Freilichtmuseum in Europa. Nahezu 300.000 Besucher, darunter viele Schulklassen, kommen in jedem Jahr an diesen Ort, der seit 2011 zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört.

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Fotos: Florian Russi

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