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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Jenbach, Bela

Jenbach, Bela

Der österreichische Schauspieler und Operettenlibrettist wurde unter dem Namen Béla Jacobowicz 1871 in Miskolc, Österreich-Ungarn, als Bruder der Drehbuchautorin Ida Jenbach geboren. Im Alter von 18 Jahren kam er nach Wien, wo er sich zunächst mit Gelegenheitsarbeiten und dem Schreiben trivialer Literatur seinen Unterhalt verdiente. Seine erwirtschafteten Einnahmen investierte Jenbach in Sprachunterricht und zeigte sich hierbei bald schon als begabter Schüler, der in kürzester Zeit ohne Akzent der deutschen Sprache mächtig war. Mit seiner Anstellung am Wiener Burgtheater änderte er seinen Geburtsnamen in Bela Jenbach, vorrangig um seine jüdische Herkunft zu verbergen. Der geringe Verdienst am Theater und die Teilnahme an der „Operettenbörse“ im Café Sperl veranlassten ihn zum Schreiben von Libretti, auch wenn er sich selbst lieber als anerkannter Autor von Sprechstücken gesehen hätte. Die Tätigkeit als Operettenkomponist gestaltete sich doch wesentlich lukrativer.

Während des NS-Regimes gestalteten sich seine Arbeitsbedingungen zunehmend schlechter. Dennoch sah er aufgrund seiner Ehe zu seiner katholischen Frau und der gemeinsamen Tochter davon ab, zu emigrieren und versteckte sich stattdessen ab 1940 drei Jahre lang in einem Keller in der Nähe der Wiener Kaunitzgasse. Nachdem er unter starken körperlichen Schmerzen zu leiden hatte, wurde er mit der Diagnose Magenkrebs im Endstadium ins Krankenhaus eingeliefert und verstarb dort am 21. Januar 1943. Seine Frau, Anna Brandstätter, überlebte ihren Mann nur um 8 Tage, bevor sie an Brustkrebs verstarb. 1955 wurde die Jenbachgasse in Wien-Hietzing nach ihm benannt.

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