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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Hans Rosenthal und die liebe Zeit

Hans Rosenthal und die liebe Zeit

Christian Bienert

Hans Rosenthal kämpfte seinen täglichen Kampf gegen die Uhr. Er hatte es immer eilig: „Obwohl ich bereits Regie führte, Sendungen leitete und moderierte, die Aufnahmeleitung für diese Reihe („Günter Neumann und seine Insulaner" - Anmerkung der Red.) wollte ich keinesfalls abgeben." Trotzdem - er verstand es meisterhaft, einem Gesprächspartner zu vermitteln, gerade für Ihn hätte er alle Zelt der Welt.
Hans sparte woanders. Vielleicht mit ein Grund, weshalb sämtliche Sendungen Kürzel bekamen, die seine Mannschaft aus dem FF beherrschte: SMS - „Spaß muss sein", AGA - „Allein gegen alle", FRAMS - „Frag mich was", KS „Klingendes Sonntagsrätsel", WER FRÄCHT „Wer fragt - gewinnt", und DIMS - „Da ist man sprachlos". Alles musste immer dalli dalli gehen - obwohl - das war noch nicht erfunden.
Beeindruckend war Hans Rosenthals Zeitmanagement: Wir hatten eine Produktion. Kaum war der letzte Satz auf Band, ungecuttet, ungemischt, da schoss Hans aus dem Studio, stürzte zu seinem Mantel, schnappte sich die Aktentasche und sagte: „Ich muss los".
Ich war entsetzt und stand mit meinen Zetteln hilflos im Regieraum. Wir mussten die nächsten zwei Sendungen besprechen, inklusive sämtlicher Musiken. Aufnehme war drei Tage später. Ich raste also hinterher, die Listen in der Hand und er brachte es tatsächlich fertig, mich mitzuschleppen in sämtliche Büros, in die er noch musste. Programmdirektion, lntendanz und noch sonst wo hin - Ich weiß es nicht mehr. Während der Kurzbesprechungen, die er im Telegrammstil führte, war ich still und ergänzte meine Notizen nach den Angaben, die er mir, während wir über die Flure hetzten, gemacht hatte. Nach dem dritten Büro - ich war mit den Nerven völlig parterre - sagte Hans, natürlich die Ruhe selbst: „Komm jetzt mit runter, mein Junge. Wir können noch vor‘m Haus reden, während ich auf mein Taxi warte."

Unten flogen mir fast die Zettel weg, ich schrieb aber krampfhaft weiter. Sein Wagen kam, ich geriet in Panik - es war noch etliches zu klären - aber er stieg ein. Und jetzt ein typischer Hans: „Wir sind ja so gut wie fertig. Solltest du wirklich noch Fragen haben, ruf mich in vier Stunden in München an. Aber pünktlich um 19:00 Uhr. Ab 19.05 Uhr telefoniere ich mit dem ZDF."

Ja- so war er!

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Der vollständige Text ist in den „Radio - Reminiszenzen", Band 13, im VISTAS Verlag erschienen. Wir danken Christian Bienert und dem VISTAS Verlag für die freundliche Erlaubnis, den Text zu veröffentlichen.

Foto: Hans Rosenthal bei einem Spendenaufruf für die ZNS - Hannelore Kohl Stiftung in Bonn, www.wikipedia.de, Sir James.

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