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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Löwe, Krokodil, Hai und Mensch

Löwe, Krokodil, Hai und Mensch

Florian Russi

Am Strand, da wo der große Fluss ins Meer mündet, trafen sich ein Löwe, ein Krokodil und ein Hai zu Verhandlungen. Sie beklagten sich über die Menschen und sagten: „Wo immer wir uns aufhalten, tauchen bald Menschen auf, um uns zu jagen. Damit muss es ein Ende haben."
 
„Mein Vater wurde von einem Auto aus erschossen, meine Mutter verfing sich in einer Falle von Wilderern, mein Bruder wurde in einem Netz gefangen und wer weiß wohin verschleppt", erklärte der Löwe. Das Krokodil und der Hai nickten verständnisvoll. Sie konnten ähnliche Vorkommnisse aus ihren Familien berichten.
 
Ihre Gespräche dauerten bis der Abend nahte. Die drei wurden von großem Hunger überwältigt. „Wir kommen heute sicher zu keinem Ergebnis mehr", sagte da das Krokodil. Es schnappte nach dem Löwen und verschlang ihn. Zum Hai aber sagte es: „Entschuldigung, aber das musste so sein. Die Löwen halten sich für die Könige aller Tiere. Dabei sind sie faul und gefräßig. Zur Lösung unseres Problems haben sie nie etwas beigetragen."
    
„Recht hast du"
, antwortete da der Hai. „Komm zu mir, dass ich mich an dich drücken und mich von dir verabschieden kann." Da stieg das Krokodil zum Hai in die Fluten. Der Hai aber ergriff es mit seinen scharfen Zähnen und verschlang heißhungrig das Krokodil zusammen mit dem Löwen, den es sich zuvor einverleibt hatte. „Jetzt ist alles so gekommen, wie es kommen sollte", sagte der Hai und schwamm zufrieden davon. Ehe er jedoch so richtig abtauchen konnte, wurde er von der Harpune eines Menschen getroffen. Der hatte von einem Boot aus den Löwen, das Krokodil und den Hai beobachtet und sich dann an die drei herangepirscht. „Drei auf einen Schlag. So etwas nenne ich Jagdglück", jubelte er und wollte nicht mehr damit aufhören, sich selbst zu loben.
  
  
Fazit: So lange jeder nur an sich selbst denkt, wird es nie Frieden geben.

 

   

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Teaserfoto: pixabay, aus drei Bildern zusammengefügt und neu bearbeitet von Kati Spantig, Urheber aller Bilder: ClkerFreeVectorImages (gemeinfrei, kein Bildnachweis nötig)  

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