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Weihnachten

Ein Fest der Familie und des Friedens

Florian Russi, Herbert Kihm (Hg.)

Alle Jahre wieder feiern wir das Weihnachtsfest im Kreise unserer Familie und lassen althergebrachte Traditionen in familiärer Atmosphäre aufleben. Doch wo hat das Fest seinen Ursprung, warum feiern wir Weihnachten und woher stammt der Christbaum?

Das liebevoll gestaltete Heftchen gibt Auskunft hierüber und enthält zudem eine kleine Sammlung der bekanntesten Weihnachtslieder. Des Weiteren Rezepte laden zum Kochen und Backen ein.

Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Im schwarzen Walfisch zu Askalon

Joseph Victor von Scheffel

Der „schwarze Walfisch“ ist ein Studentenlied. Es gehört in die Kategorie der Spottlieder. Sein Autor, Viktor Scheffel (1826 – 1886) ist bekannt für seine eingängigen, oft aber auch ironischen Texte („Als die Römer frech geworden …“, „Auf des Berges höchstem Zack …“). Er überträgt im „Walfisch“ Erlebnisse aus seinem Studentenleben in frühgeschichtliche Zeiten nach dem Motto: „Alles schon mal da gewesen“. Askalon ist eine Stadt im heutigen Israel. Zur Zeit des Alten Testaments war sie eine der 5 Hauptstädte der Philister. Die Anmerkung in der letzten Strophe, dass vor Ort kein Prophet geehrt würde, bezieht sich wohl auf die Geschichte vom alttestamentarischen Propheten Jonas, der von einem großen Fisch (Wal?) verschluckt und später wieder ausgespuckt wurde. So etwas liest und singt sich vergnüglich.

Florian Russi

Im schwarzen Walfisch zu Askalon
Im schwarzen Walfisch zu Askalon

1. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
da trank ein Mann drei Tag',
|: bis dass er steif wie ein Besenstiel
am Marmortische lag. :|

2. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
da sprach der Wirt: "Halt an!
|: Der trinkt von meinem Dattelsaft
mehr als er zahlen kann." :|

3. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
da bracht' der Kellner Schar
|: in Keilschrift auf sechs Ziegelstein'
dem Gast die Rechnung dar. :|

4. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
da sprach der Gast: "O weh!
|: Mein bares Geld ging alles drauf
im Lamm zu Niniveh!" :|

5. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
da schlug die Uhr halb vier,
|: da warf der Hausknecht aus Nubierland
den Fremden vor die Tür. :|

6. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon,
da schlug die Uhr halb neun,
|: da kam der rausgeschmiss'ne Gast
zur Hintertür herein. :|

7. Strophe
Im Schwarzen Walfisch zu Askalon,
da trank er wacker fort,
|: und wenn er nicht gestorben wär',
tränk' er noch immer dort. :|

8. Strophe
Im schwarzen Walfisch zu Askalon
wird kein Prophet geehrt,
|: und wer vergnügt dort leben will,
zahlt bar, was er verzehrt. :|

Noten gesetzt von Oliver Räumelt - freischaffender Musiker aus Weimar

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Teaserfoto: wikimedia - gemeinfrei; Hortus Deliciarum, Der Prophet Jonas wird vom Fisch bei Ninive ausgespien
; Urheber: Herrad von Hohenburg (1125-1195)