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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Dort Saaleck, hier die Rudelsburg

Dort Saaleck, hier die Rudelsburg

Hermann Allmers

Studentische Burgenromantik

Wer zwischen Jena und Halle mit der Bahn entlang des Saale-Flusses fährt, dem fällt die auf einer Anhöhe oberhalb von Saaleck, einem heutigen Ortsteil von Bad Kösen in Sachsen-Anhalt, die Rudelsburg ins Auge. Sie wurde 1171 erstmals urkundlich erwähnt, stand einige Zeit im Besitz der Naumburger Bischöfe und hatte die Aufgabe, die vorbeiziehende Handelsstraße, genannt via regia (Königsstraße), zu bewachen.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört, anschließend nicht mehr genutzt und dem Verfall preisgegeben.

Im Zuge der im 19. Jahrhundert weit verbreiteten Burgenromantik geriet sie in den Blickpunkt von Studenten aus Halle, Leipzig, Jena und anderen Universitätsstädten. Sie wurde zum Versammlungs- und Tagungsort von Corps (Kösener Seniorenconvent) und weiteren Studentengruppen. Im Jahre 1826 schrieb dort der aus Stettin stammende Berliner Student Franz Kugler das bis heute populäre Lied „An der Saale hellem Strande".

Auch die „Rudelsburg", 1863 von dem aus Rechtenfleth bei Bremen stammenden Hermann Allmers gedichtet und komponiert, erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Sie symbolisiert Geschichtsträchtigkeit, Vaterlands-, Naturliebe und Selbstbewusstsein, so wie sie im 19. Jahrhundert vor allem vom Bürgertum geschätzt und gepflegt wurden.

Florian Russi

 

1. Strophe
Dort Saaleck, hier die Rudelsburg,
und unten tief im Tale
da rauschet zwischen Felsen durch
die alte liebe Saale;
und Berge hier und Berge dort
zur Rechten und zur Linken -
|: die Rudelsburg, das ist ein Ort
zum Schwärmen und zum Trinken. :|

2. Strophe

Das wissen die Studenten auch
in Jena und in Halle
und trinken dort nach altem Brauch
im Hof und auf dem Walle.
Umringt von moosigem Gestein,
wie klingen da die Lieder!
|: Die Saale rauscht so freudig drein,
die Berge hallen wider. :|

3. Strophe
O Vaterland, wie bist du schön
mit deinen Saatenfeldern,
mit deinen Tälern, deinen Höhn
und all den stolzen Wäldern!
O Vaterland, drum wollen wir
Dir unsre Lieder singen,
|: zu deinem Preise sollen hier
laut Herz und Becher klingen. :|

4. Strophe
Wie tönet das ins Tal hinein
vom Felsen hoch hernieder,
- die Saale rauscht so freudig drein,
die Berge hallen wider;
und Berge hier und Berge dort
zur Rechten und zur Linken -
|: die Rudelsburg, das ist ein Ort
zum Schwärmen und zum Trinken. :|

5. Strophe
Was brauchen wir die Rudelsburg?
Was brauchen wir die Saale?
Wir haben doch den Greifenstein
Im schönen Schwarzatale;
und Berge hier und Berge dort
zur Rechten und zur Linken;
|: Der Greifenstein, das ist ein Ort
zum Schwärmen und zum Trinken. :|

Noten gesetzt von Oliver Räumelt - freischaffender Musiker aus Weimar

Bildquelle: wikipedia; Rudelsburg - Urheber: Dramburg - gemeinfrei