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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Bohnenkönig/in

Bohnenkönig/in

Florian Russi

Familienfest am Dreikönigstag

Der Brauch geht mindestens bis ins Spätmittelalter zurück. Bis heute ist er vor allem in Frankreich und der Schweiz, aber auch in einigen Gegenden Deutschlands bekannt. Er wird unterschiedlich gefeiert. Der Brauch, den ich hier vorstelle, ist vor allem bei Kindern beliebt. Gefeiert wird er traditionell am Tag oder Vorabend des 6. Januar. Dies ist nach dem Kirchenkalender der Tag der „Erscheinung des Herrn" (Epiphanie bzw. Theophanie), allgemein bekannter als Fest der Heiligen Drei Könige (Dreikönigstag).

Zu diesem Fest wird in vielen Gegenden Europas traditionell ein „Dreikönigskuchen" gebacken. In unserem Fall backen wir einen üblichen Kranzkuchen oder Gugelhupf. Als Besonderheit werden in den Teig eine Bohne, eine Erbse und eine Kaffeebohne eingedrückt und mit gebacken. Zum Fest wird dieser Kuchen dann aufgeschnitten. Das Kind, das zuletzt Geburtstag hatte, darf bestimmen an welcher Stelle der Anschnitt erfolgt und bekommt das erste Stück. Es folgen die weiteren Kinder. Das Kind nun, in dessen Kuchenstück die Bohne gefunden wird, ist Bohnenkönig/in. Wer die Erbse in seinem Stück findet, wird „Erbsenkönig" und der Finder der Kaffeebohne „Mohrenkönig". Sein Gesicht wird von den anderen Kindern geschwärzt. Dazu kann man einen an einer Kerze angebrannten Flaschenkorken benutzen.

Bevor nun von irgendeiner Seite Protest erhoben wird gegen eine solche „rassische" Kennzeichnung gilt es, folgendes festzuhalten: Erstens lassen sich Kinder in der Regel gerne anmalen, zweitens spielt dieser Brauch auf den nach der Legende dunkelhäutigen Melchior aus der Gruppe der „Heiligen drei Könige" an, der zu den ersten gehörte, die dem neugeborenen Jesus Christus huldigen durften und drittens ist die schwarze Hautfarbe bekanntlich „beautiful". Darüber hinaus war nach dem Kirchenlexikon Melchior der jüngste und vornehmste der drei Könige.

Den beteiligten Kindern macht der Brauch jedenfalls großen Spa&szlszlig;. Allen dreien werden vorbereitete Kronen aufgesetzt und alle drei erhalten kleine Geschenke.

Riten und Bräuche tragen wesentlich dazu bei, das menschliche Zusammenleben zu verschönern und zu bereichern. Das gilt auch für den Bohnenkönig bzw. die Bohnenkönigin und ihre Freunde.

 

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Bilder:
- Fotos "Gugelhupf" und "Bohne, Erbse und Kaffeebohne": Florian Russi
- Vorschaubild "Bohnenkönigs-Krone": Rita Dadder