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Heft 2

B-Z! Das ist nett! (Teil 1)

In diesem Arbeitsheft werden alle Konsonanten eingeführt, die sich beim Sprechen gut dehnen lassen. Dazu kommen noch einige Vokale (Zwie- und Umlaute).

Hermann Löns

Hermann Löns

Max A. Tönjes

„Diese scharfe Beobachtungsgabe war es ..."

Hermann Löns Denkmal am Hermann-Löns-Weg in Wernigerode
Hermann Löns Denkmal am Hermann-Löns-Weg in Wernigerode

Am 20. August 1916 wäre Hermann Löns fünfzig Jahre alt geworden. Dann wären wir mit Blumen zu ihm gegangen und hätten ihm Glück für das weitere Leben gewünscht. Viele hätten ihm geschrieben oder telegraphiert, und wer weiß, was die zahlreichen Freunde und Verehrerinnen sonst noch angefangen hätten, um ihm zu sagen, daß sie ihn sehr hoch schätzten, daß er ihnen allen viel Freude bereitet hätte. Vielleicht hätten sie ihn sogar in den Frack gezwängt, damit auch er zu der Feierlichkeit des Tages beitragen möge.

Und wie hätte er das alles aufgenommen? Nun, er hätte wahrscheinlich gedacht: Auch dieser Tag wird vorübergehen, und dann werde ich voraussichtlich erst wieder einmal zehn Jahre Ruhe haben, bis man mich wieder auf solche Weise feiert. Zu seinen näheren Freunden hätte er aber wahrscheinlich gesagt, dass es wirklich nicht nett, nicht einmal besonders höflich sein, jemanden daran zu erinnern, daß er schon den größten Teil des Lebens hinter sich habe. Sagte er doch schon in jüngeren Jahren, wenn ihn jemand zum Geburtstag beglückwünschte: „Glauben Sie wirklich, mir einen Gefallen damit zu tun, wenn Sie mich daran erinnern, daß ich wieder ein Jahr älter geworden bin."

Aber gefreut hätte er sich doch, daß man seiner gedachte. Es war nicht viel Eitelkeit in Hermann Löns, aber er empfand eine solche Anerkennung doch als einen Lohn für seine Arbeit und sein rastloses Streben, die sein ganzes Leben ausgefüllt hatten. Für geräuschvolle Feste war er nie. Ich denke noch an seinen letzten Geburtstag, den wir zusammen feiern, besser sage ich wohl, zusammen verleben konnten. So ganz von ungefähr hatten wir uns bei ihm eingefunden. Es war schon Abend, denn uns alle hielt der Dienst fest, und er selbst hatte auch erst vor fünf Tagen den feldgrauen Rock des Kaisers ausgezogen. Unruhig war er in der Welt herumgelaufen, hatte hier bei einem Truppenteil angefragt, ob man ihn haben wollte, um dann mit abschlägigem Bescheid zu einem anderen zu gehen. „Sie wollen mich nicht," war seine immer wiederkehrende Redewendung, „und ich könnte ihnen sicher nützen. Ich habe Augen wie ein Falke, kann schießen, schleichen und pirschen."

Und es war ja eigentliche kein Wunder, Von allen Seiten strömten die jungen Männer von den Universitäten und Hochschulen zu den Fahnen, die Klassen der höheren Schulen wurden leer, und in den Läden, Schreibstuben und Werkstätten litt es sie nicht mehr in der Stunde, in der das Vaterland in Gefahr war. In den Geschäftszimmern der Ersatzbataillone wurden die alten gedienten Feldwebel und Wachtmeister ängstlich vor der Schar der Begeisterten, von denen jeder einzelne besonders bat und bettelte, man möge doch wenigsten ihn einstellen. Man mußte so viele auf spätere Zeit vertrösten, und da sollte man den Achtundvierzigjährigen nehmen?

Hermann Löns Bronzestatue in Walsrode
Hermann Löns Bronzestatue in Walsrode

Am 24. August hatte ihn das Ersatzbataillon des Füsilierregiments 73 dann doch eingestellt. Noch an demselben Tage wurde er eingekleidet, und anderen Tags sieben Uhr morgens ging es in den Dienst. „Grüßen, Gewehr usw." verzeichnet er in seinem Tagebuch. Bereits am nächsten Tage versuchte er sich auf den Scheibenständen der kleinen Bult.

An seinem Geburtstage erzählte er von dem Dienst, wie er ihn sah und empfand. Wir gedienten Soldanten dachten anders darüber, aber wir mochten und konnten ihm kaum widersprechen, denn so begeistert war er für den Krieg, der ja um eine Zeit mit Riesenschritten in Frankreich hineingetragen wurde. Er hatte von diesem Kriege so oft gesprochen, hatte ihn erwartet. Er sah in dem Kriege ein herrliches und sicher wirkendes Heilmittel, das unser Volk von so vielen welschen Lastern und Leiden befreien sollte. Wie oft hatte er es ausgesprochen, was dieser Krieg bringen müsse. Er sollte die Menschen wieder zu Ehren und Ansehen bringen, die wirklich arbeiten, die schaffen und wirken, und jene ausrotten, die nur zehren und zu nichts nutze sind. Wir wollen hoffen, dass er recht behält.

Wir sprachen auch darüber, ob er nicht als Kriegsberichterstatter an die Front fahren wollte. Konnte einer die Eindrücke in diesem gewaltigen Ringen besser schildern als Hermann Löhns, der so oft bewiesen hatte, daß ihm die Sprache ein Instrument war, das jedem Gedanken gehorchte? So dachten wir, und so redeten wir ihm zu. Aber er lehnte ab, ganz schroff. Über zwanzig Jahre hätte er geschrieben Tag für Tag, jetzt wäre genug geschrieben, jetzt müßte gehandelt werden. Da gaben wir den Versuch auf und hofften, dass er, dem die Hand immer nach der Feder zuckte, doch noch Gelegenheit finden werde, seine Eindrücke dem deutschen Volk zu schildern.

Warum wollte er nun durchaus in die erste Reihe der Kämpfenden? Es ist soviel darüber orakelt worden, ja man hat sogar vermutet und dann behauptet, er hätte dort draußen den Tod gesucht. In einem Briefe, den er kurz nach Kriegserklärung an einen Bekannten schrieb, steht der Satz: „Ich sitze bis an den Hals voller Gift und Galle. Vielleicht entlädt sich das in Liedern, vielleicht, vielleicht auch nicht." Und aus diesem Satz hat man dann, zumal auch noch andere ähnliche Redensarten im Gespräch fielen, den Schluß ziehen wollen, er habe so ganz im Stillen auf die erlösende Kugel gewartet. Ganz gewiß haben ihm die letzten Jahre viel Ärger gebracht, - wie weit er selbst, wie weit andere daran schuld waren, möge hier unerörtert bleiben. Es käme dabei doch nur eine Art von Indizienbeweis heraus, der schon deswegen nicht schlüssig werden kann, weil jedes Ding wenigstens zwei Seiten hat, und weil Hermann Löns ganz ungewöhnlich von Schlaf, Laune, Sonnenschein usw. abhängig war, und diese Abhängigkeit sich naturgemäß auf seiner Äußerungen übertrug. Meines Erachtens war er im wesentlichen über die mancherlei Widerwärtigkeiten; die ihm das Leben gebracht hatte, hinweg. Er konnte schon mit Humor, wenn auch oft recht bissigem, darüber sprechen, ohne dadurch aus dem seelischen Gleichgewicht zu kommen, wie das vordem der Fall gewesen war. Das Gift und die Galle, von der er spricht, waren im wesentlichen die Nerven, die nach einer mehr als zwanzigjährigen bis aufs letzte angespannten Arbeit, zumeist auch noch reiner Phantasiearbeit, naturgemäß erheblich gelitten hatten. Nur wer seine Arbeit durch viele Jahre verfolgt hat, und wer den Journalismus kennt, kann sich ein richtiges Bild von den Ansprüchen machen, die er an seine Nerven gestellt hat. Daß er von diesen Nervenleiden in dem mehr oder minder vom Geistigen abgewandten Feldzugsleben Heilung erhoffte, kann nicht wundernehmen, denn auch seine Freunde haben diese Wirkung erhofft. 

Faksimile der Handschrift von Hermann Löns
Faksimile der Handschrift von Hermann Löns

Die Idee von dem Todsuchen auf verwegener Streife gehört ins Reich der Fabel. Ich behaupte, daß er vielmehr mit Bestimmtheit auf seine glückliche Wiederkehr gerechnet hat. Für ihn war der Krieg das große Erlebnis. Die Treibhauskultur, in der wir uns vor dem Kriege befanden, war ihm über, so mancherlei Auswüchse - wie Frauenstimmrecht und ähnliche Dinge - waren ihm im Grunde der Seele verhaßt. Er sah in dem Krieg das reinigende Gewitter, und da wollte er dabei sein. Mit wahrer Liebe sprach er von den Kameraden, mit denen er in der Kaserne und im Dienste zusammenkam. Meist waren´s nur einfache Menschen, in denen er soviel Echtes fand. Und ihretwegen zog er hinaus. Sein Volk, seine Niedersachsen wollte er im Kampfe sehen. Mit ihnen wollte er Freude und Gefahr teilen, in ihren Seelen wollte er lesen. Das konnte er aber nur, wenn er mitten unter ihnen lebte, und nicht wie der Kriegsberichterstatter, der nur dahin kommt, wo es der Generalstab erlaubt, der nur diesen oder jenen Adligen nach dem Gefecht sprechen kann und sich dann aus den wenigen Worten ein Bild zu machen sucht, der also außerhalb der Reihe der Kämpfenden leben muß. Hermann Löns wollte mit den Schweigsamen leben, mit jenen, die am tiefsten empfinden, ohne Worte dafür zu haben, mit diesen wollte er die Beschwernisse des Marsches, die Spannungen des Angriffes und Sturmens auf die feindliche Stellung, die seelische Schmerzen des Granatfeuers teilen, um sie ganz zu erfassen. Nicht von außen wollte er den Krieg leben, nein innerlich erleben. Aus dem gleichen Grunde ging er, als die Cholera in Hamburg wütete, mitten in die Stadtviertel, in denen die Seuche ihre zahlreichen Opfer forderte, darum saß er im Dorfkrug, darum fuhr er mit den Fischern der Ostsee zum Fang, darum zog er endlich auch als Soldat und nicht als Schriftsteller in Feld.

Und darum müssen wir seinen so frühen Tod um so tiefer bedauern, denn Hermann Löns hätte uns erst nach dem Kriege sein herrlichstes, ein größtes und tiefstes Buch geschenkt, das Buch über das deutsche Volk in Gefahr und Tod, in Sieg und Leben. Ob wir ein solches Buch jetzt überhaupt bekommen, ich weiß es nicht, aber das weiß ich, daß sein Buch den „Wehrwolf", diese eigenartige Chronik des Dreißigjährigen Krieges, himmelhoch übertroffen hätte, weil es nicht erfühlt und erdacht, sondern erlebt gewesen wäre.

Am 03. September, also nach nur zehntägiger Ausbildung, hat er es dann mit vielen Bitten bei seinen Vorgesetzten durchgesetzt, daß er ins Feld hinausrücken durfte. Er war, wie mir von verschiedenen Seiten bestätigt worden ist, der beste Kamerad, gleich beliebt bei den Offizieren wie bei dem einfachen Manne. Er hat auch ein Tagebuch geführt, aber ein Tagebuch nach seiner Art. Schnell hingeschriebene Notizen sind es, die er da festgehalten hat; Beobachtungen, wie er sie beinahe bei jedem Spaziergang aufzeichnete. Es sind nur ein paar Striche, mit denen er sich die Stimmung festhielt, um sie später aus seinem Gedächtnis heraus zu dem vollen Gemälde zu ergänzen. Seine scharfen Augen haben ihn auch draußen in dem Getümmel hinter und in der Front nicht verlassen. Da schreibt er an einer Stelle: „Abkochen auf Weide, Lagerfeuer Rauch Abendstern Geschrei heller Himmel mit schwarzen Windwolken und Rauchschwaden, dunkle Gestalten, helles Feuer, Funkenflug, Mond blutrot über Horizont." Diese wenigen Worte genügten ihm, um später das Leben und Treiben am Lagerfeuer zu schildern. An einer anderen Stelle vermerkt er die Pflanzen: „Wasserhanf, Sumpfschafgarbe, Rohr Skabiose, rote Fleckenblume, Mehldistel, Pappel, Weidenbüsche, hohe Birken, Eschen und Weiden, Seerose." Für die Schärfe seiner Beobachtung noch folgende Worte, die er in vorderster Stellung eintrug: „Es brennt an zwei Stellen von den Bergen, ferner rechts und links von uns zwei andrere Flieger werden von uns beballert. Elster schackert, Falke jagt. Sonne geht schlecht (gelb) unter, Brandwolken."

Bild aus der öffentlich aufgestellten Infotafel am Lönsdenkmal in Müden (Örtze)
Bild aus der öffentlich aufgestellten Infotafel am Lönsdenkmal in Müden (Örtze)

Diese scharfe Beobachtungsgabe war es, die ihn zum Journalismus trieb. Als Student schon hatte er hin und wieder etwas - meist Naturwissenschaftliches - geschrieben, und so landete er, da er in seinem Fach als Naturwissenschaftlicher keine guten Aussichten für die Zukunft sah, im Feuilleton der Pfälzischen Presse in Kaiserslautern. Hier hielt er nur kurze Zeit aus, dann reiste er für einige größere Zeitungen als Berichterstatter. Er schrieb über alles Mögliche, was für Zeitungen in Betracht kommt. Bald sind es Fürstenbegegnungen gewesen, bald Streikunruhen, und dann war es auch die Cholera in Hamburg. Im Jahr 1893 kam er nach Hannover, wo er in die Redaktion des damals neugegründeten Hannoverschen Anzeigers eintrat. Als Berichterstatter, als Redakteur und als Schriftsteller war er hier in gleicher Weise tätig. Daß die Zeitung verhältnismäßig schnell Eingang in weite Kreise fand ist nicht zuletzt sein Verdienst.

Als Fritz von der Leine wurde er überall bekannt. Seine satirisch-lustigen Sonntagsplaudereien mit den einleitenden vier Vierzeilern, die er mit diesem Namen zeichnete, waren bald in aller Leuten Munde. Sie bildeten das Gespräch am Biertisch und wurden Sonnabend abends überall mit Spannung erwartet. Er fürchtete nicht das freie Wort, wo es galt Mißstände zu geißeln. Welcher Art diese Plaudereien waren, die natürlich immer auf den Tag bestimmt, mag aus folgendem Beispiel hervorgehen. In Hannover und Linden wurden von einem Kaufmann eine ganze Reihe von Lebensmittelgeschäften aufgemacht, in denen alles unglaublich billig und natürlich auch entsprechend minderwertig war. Die alten Geschäfte empfanden diesen Wettbewerb selbstverständlich sehr drückend, da eben die Dummen nicht alle werden, die nur auf den Preis, nicht aber auf die Ware sehen. Die Waren dieses Geschäftes malte er in einem Gespräch mit Frau Döllmer, die in den Plaudereien regelmäßig als seine Wirtin auftrat ab. Die Sorge war natürlich eine Klage. Nach langer Hin- und Herrede fragte man auch ihn, was er zu der Sache zu sagen hätte. Mit einem Seufzer stellte er fest, daß es „sehr heiß" wäre. Achthundert Mark Geldstrafte für Hermann Löns war der erste Erfolg und eine wunderbare Pleite des Geschäftsmannes nach ungefähr Jahresfrist der zweite. Namentlich die kleinen Leute schworen auf Fritz von der Leine.

Daneben war er der überaus gewandte Berichterstatter. So schrieb er seinerzeit in dem großen hannoverschen Spielerprozeß gegen den „ollen ehrlichen Seemann" neben den Berichten täglich spannende und charakterliche Stimmungsbilder über den Gang der Verhandlung, die Angeklagten und die Zeugen. Er gestaltete im Verein mit dem Architekten Orgelmann einen Teil der finsteren Altstadt von Hannover um. Dann wieder fuhr er zu einer Denkmalsweihe. Gelegentlich der Enthüllung des Kaiser-Wilhelms-Denkmals auf dem Wittekindsberge an der Westfälischen Pforte zeigte er sich als der Journalist, der vor Schwierigkeiten nicht zurückschreckt, wenn es gilt, seiner Pflicht nachzukommen. Die Wege zu dem Denkmal waren von Gendarmen abgesperrt, die nur solche Personen durchlassen sollten, die eine besondere Erlaubniskarte hatten. Hermann Löns hatte sich den Frack angezogen, den Zylinder aufgesetzt und das Monokel ins Auge geklemmt. In dieser Aufmachung hielten die Gendarmen den Herrn mit den vielen Schmissen für ein „hohes Tier", das unbedingt dabei sein mußte. Mit einem „guten Tag, Kamerad!" passierte er die Sperre.

Einmal schrieb er für die Nummer des 1. April den Anfang eines Romans unter der Überschrift „Der Mann mit den grünen Augen", eine grausige Geschichte, die derartige Spannung erweckte, daß es in den folgenden Tagen Anfragen bei der Redaktion hagelte, wo denn die Fortsetzungen blieben. Daß man auf einen Aprilscherz hineinfiel, hatte niemand gemerkt. Ein andermal brachte er zum 1. April die Notiz, daß es nunmehr Frühling werde, da die Spatzen wieder eingetroffen wären. Sofort fielen viele Leser darauf hinein, indem sie die Redaktion darauf aufmerksam machen zu müssen glaubten, daß der Sperling doch kein Zugvogel wäre. Dann wieder war er bei der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung, die er mit gründete, der Verfechter der damals viel Aufsehen erregenden Urenbergaffäre. - Ja er war mit Leib und Seele Journalist, der in alles Sätteln sicher war.

In seinen ‚Jagd- und Naturschilderungen trat er den Lehrern, Jägern und Bauern näher. Diese Art von flotten Plaudereien waren etwas ganz Neues, denn er schuf sich selbst den Stil dazu. Erst nach einer Reihe von Jahren drang er mit diesen farbenprächtigen Schilderungen auch auswärts in den großen Zeitungen durch. Sie haben ja dann auch seinen Ruhm begründet.

 

Grabstein in der Westruper Heide
Grabstein in der Westruper Heide

Mit diesen Plaudereien machte er die bis dahin nahezu unbekannte Heide volkstümlich. Er war einer der ersten, der die Schönheit dieses stillen Landes entdeckte, und er pries sie in immer neuen Liedern. Auf seinen Jagdfahrten wohnte er bei dem Heidjer und lebte oft längere Zeit mit ihm zusammen. Da lernte er diesen herrlichen Menschenschlag kennen, der in stiller harter Arbeit neues Land erobert, indem er Ödland unter den Pflug nimmt. Da fand er Menschen, die von gleichem Fleisch und Blut waren wie er. Er, der hagere Mann mit dem langen schmalen Gesicht und der ausdrucksvollen Nase, fand sich hier im Kreise von Stammesgenossen.
Er war ja nicht in Niedersachsen geboren. Während eines schweren Frühgewitters war er in Kulm an der Weichsel als erstes einer größeren Schar von Kindern in diese Welt eingetreten. Sein Vater, der Gymnasiallehrer Friedrich Löns, war hier angestellt, obgleich er wie seine Frau, Klara geb. Kramer, Westfale war. Seine Geburt bedeutete für seine Eltern nicht nur in dem üblichen Sinne einen Glücksfall, sie brachte ihnen auch sofort einen gewissen baren Gewinn, da durch seine Ankunft der üble Ruf von seinem Geburtshause genommen war. Der Aberglaube behauptete nämlich, daß in dem Hause kein Kind lebend geboren würde. Als er diesen Glauben durch sein Geschrei Lügen strafte, kam der Hausbesitzer, übrigens ein Pole, mit einem großen Blumenstrauß zu dem Herrn Oberlehrer, beglückwünschte ihn und teilte ihm ferner mit, daß er ihm für ein Jahr die Miete erlassen hätte.

Nach Jahresfrist übersiedelten seine Eltern nach Deutsch-Krone, wo Hermann Löns bis zum achtzehnten Lebensjahr blieb. Zwischen den Seen und Wäldern und auf den weiten Heiden Westpreußens lebte er meist einsam, da er unter seinen Altersgenossen wohl manchen Gespielen, nicht aber einen rechten Freund fand. In dieser Einsamkeit erstarkte die schon früh vorhandene Liebe zur Natur. Meilenweit durchstreifte er die Moore, Heiden und Wälder. Dabei hatte er auch gar manches seltsame Abenteuer. Einmal geriet er in ein Treiben von Wilderern mit geschwärzten Gesichtern, ein anderes Mal stellten ihn, wie er sagte, drei junge, fette Zigeunerweiber, deren er sich nur mit Fausthieben und Fußtritten erwehren konnte, wieder einmal platzte er in eine Amtskommission hinein, die bei der Leiche eines von Holzdieben ermordeten Försters den Tatbestand aufnahm. Dann schlief er einmal unter einer dicken Eiche ein. Als er von den Stimmen des Försters und der Waldarbeiter erwachte, machte er die überraschende Feststellung, daß inzwischen auf der anderen Seite des Baumes ein alter Trinker seinem Leben mit dem Stick ein Ende gemacht hatte. Bei dem Besuch einer Seeschwalbensiedlung ertrank er beinahe im Klotzowmoore, dann wurde er von einer Kreuzotter gebissen, dann wieder stürzte er aus einem hohen Baume.

Durch das Leben auf den Gütern und Förstereien, wo er meistens seine Ferien zubrachte, wurde er frühzeitig Fischer und Jäger. Doch wurde er niemals Sportjäger, dem es, wie er zu sagen pflegte, auf möglichst viele und große Knochen an den Wänden, gemeint sind die Gehörne, oder sonstige reichliche Beute ankam. Die Pirsch war für ich alles; für Treibjagden und Lappjagden und andere Arten von Massenjagden hatte er nur wenig Verständnis. Die Natur blieb ihm stets die Hauptsache, ihr galt seine ganze Liebe, ihr galten auch im wesentlichen seine Gänge. Er erzählt in seiner im Eckart IV, I unter der Überschrift „Von Ost nach West" erschienen Selbstbiographie, daß sein erster Rehbock ihn lange nicht so erregt habe wie sein erster Seidenschwanz, den er im Sprenkel fing, daß er nicht halb so stolz gewesen sei, als er einen achtzehnfündigen Hecht schottete, als an jenem Tage, an dem er in der Rüddow die erste Groppe, ein spannlanges Fischchen, kätscherte. So lernte er die Natur, jedes Tier, jede Pflanze kennen. Ging man mit ihm spazieren, so ahmte er bald diesen Vogelruf nach, bald pfiff er sich jenes Tier heran. Er schilderte einmal, wie er einen Wachtelhahn foppte. Dabei erzählt er folgende niedliche Geschichte: „Die Natur gab mit gelehrige Lippen und eine willige Zunge. ‚Alle solche Allotria, darin bist du groß, mein Lieber,‘ sagte der alte Professor. ‚aber die unregelmäßigen griechischen Verba, damit hapert es bedenklich.‘" Daß er aber auch leidenschaftlicher Jäger war, das bezeugen seine zahlreichen und vollendeten Jagdaufsätze und Schilderungen. Aber stets war es die Pirsch aus der freien Hand, der er das Wort redete. „Man muß dem Wilde dieselben Waffen geben, die man selber hat", sagte er oft. „Nur wenn ich die scharfen Sinne des Wildes überliste, dann habe ich Freude an der Jagd." Mit Begeisterung schildert er, wie er sich an einen Täuber heranpirscht, oder wie er einen Auerhahn dadurch zur Strecke bringt, daß er über nasses Mohr bis auf gute Schußweite an ihn herankriecht. Für die weidgerechte Jagd ist er tausendfach in Jagd- und Tageszeitungen eingetreten.

Von Hermann Löns genutzte Jagdhütte bei Westenholz
Von Hermann Löns genutzte Jagdhütte bei Westenholz

Auf den Streifen durch die Weiden, Heiden und Moore Westpreußens lernte er das Volk kennen. „Ich war der Freund der Hütejungen, Fischerknechte, Waldarbeiter", sagte er selbst, und sein Herz ist stets bei den Bauern, Handwerkern und Arbeitern, dem breiten Unterbau des Volkes, geblieben. Schon in seiner Jugend empfand er unbewußt, daß in den breiten Schichten die Wurzeln des Volkes zu suchen sind, aus denen neues Leben emporsteigen muß. So lernte er das Volk wirklich kennen und lieben, nicht auf dem Wege des Studiums, wie Zola vorging. „Leben muß man darin, ganz darin aufgehen, sich als eines mit seinem Volke fühlen, um etwas so Großes zu schaffen, wie es Jeremias Gotthelf glückte", sagte er selbst. Und die „Tendenz nach unten", wie sich einer seiner Lehrer ausdrückte, hat er all sein Lebtag behalten. Gesunde Kraft fesselte ihn, krankhafte Übermodernität stieß in ab. Mit achtzehn Jahren kam er in die Heimat seiner Eltern, nach Münster in Westfalen. „Die größte Erschütterung, die ich als Kind erlebte, machte ich durch, als ich zum ersten Mal auf Felsboden stand", schreibt er selbst, und das geschah, als er in Paderborn die Heimat seiner Mutter besuchte. In Westfalen hatte er bald Freunde, wirkliche Freunde. „Kaum zwei Jahre waren vergangen", so sagte er, „da war ich bewußt das, was ich unbewußt immer gewesen war, Niedersachse."

Je länger er in Hannover lebte, desto mehr wurde ihm die Stammeszugehörigkeit bewußt. Er empfand sie in der Natur und in den Menschen. Die Heide sang ihm Lieder, die er nur niederzuschreiben brauchte. „Mein goldenes Buch" ist die erste Frucht dieser Lyrik, die viel Schönes neben manchem Unvollendeten enthält. Diese Gedichte weckten aber vor allem in ihm, der Tag für Tag in der Redaktion für einen guten Leitartikel, für eine gute und neue Notiz gesorgt hatte, den Glauben an sich selbst. Er wagte es, die verstreut liegende Jagdschilderungen in „Meine grünes Buch" zu sammeln. Es enthält die besten Jagdschilderungen, die er geschrieben hatte. In „Mein braunes Buch" stellte er seine schönsten Heidebilder zusammen, die seinen Ruf als Dichter und Sänger der Heide begründeten. Landschaftsbilder erschienen unter den Titeln „Da draußen vor dem Tore", „Aus Wald und Heide" und „Heidelieder"; Jagdskizzen in den Schriften „Kraut und Lot, ein Buch für Jäger und Heger" und „Auf der Wildbahn"; Tierbilder in den Bänden „Mümmelmann", „Was da kreucht und fleucht" und „Goldhals". Prächtige Tierbilder hat er ferner zu den Meerwarthschen „Lebensbilder aus dem Tierleben" beigesteuert. Für seinen urwüchsigen Humor, der sich in seinen zahlreichen Sonntagsplaudereien, die er später unter den Namen Ulenspeigel auch für das Hannoversche Tageblatt schrieb, gezeigt hatte, gibt der Band „Der zweckmäßige Meyer" beredtes Zeugnis. Kürzlich ist noch die prächtige Sammlung „Das Tal der Lieder" erschienen, und auch sonst sind noch einige vor seinem Ausrücken ins Feld zusammengestellte Bände zu erwarten, von denen „Die Häuser von Ohlenhof" den Dichter als packenden Schilderer bäuerlicher Gestalten zeigt.

Doch nicht nur Prosadichtungen, sondern auch Balladen hat uns Herman Löns hinterlassen. In „Mein blaues Buch" sind sie gesammelt, und eine Reihe der prächtigen Dichtungen stehen mit ihrer wuchtigen Kraft auf derselben Höhe wie die Balladen von Böries von Münchhausen, den der Verstorbene sehr hoch schätzte.

In Bückeburg, wo er unter vielem Ärger und Verdruß von 1907 bis 1909 die Schaumburg-Lippische Landeszeitung redigierte, arbeitete er angestrengt und mit großer Sorgfalt an einem Werke „Die Tierwelt der Provinz Hannover", das außerordentlich wertvolles wissenschaftliches Material enthielt. Leider hat er die Handschrift verbrannt. Zwischen dem täglichen Kleinkram, wie ihn die Redaktion eines solchen Blattes mit sich bringt, schrieb er seinen ersten Roman „Der letzte Hansbur". Auch hierfür schuf er sich den Stil selbst, der aus dem Journalismus geboren war. Man findet kaum ein überflüssiges Wort, keine langweilige Romanredensart in dem Buch; alles ist knapp mit sicheren Strichen gezeichnet. Der letzte Hansebur war ein voller Erfolg. Mit besonderer Freude erzählte Löns immer wieder, daß die Dichterin Lulu von Strauß und Torney ihr Urteil in die wenigen Worte zusammengefaßt hätte: „Was mir an dem Roman nicht gefällt, ist, daß ich ihn nicht schrieb".

Für seine ungeheure Arbeitskraft zeugt die Tatsache, daß er den Roman neben der vielen Redaktionsarbeit in zwölf Tagen, allerdings einschließlich der halben Nächte, schrieb. Und einige Wochen später, als es in Bückeburg schon zum Bruch gekommen war, schrieb er in vierzehn Tagen seinen zweiten Roman „Dahinten in der Heide", der trotz mannigfaltiger Schönheit nicht an den letzten Hansbur heranreicht.

Im folgenden Jahre schrieb er dann die Bauernchronik „Der Wehrwolf", ein Buch über den Kampf der Heidebauern gegen die mancherlei Feinde im Dreißigjährigen Kriege. Man hat dieses Buch auch als Roman bezeichnet, doch meines Erachtens mit Unrecht. Es sollte ein Buch über die stillen Heidebauern sein, die das Unheil des Krieges zu Kämpfern und Streitern für ihre Heimat und Eigenart machte. Der Wehrwolf bedeutet fraglos ein erhabenes und durchaus echtes Kulturbild jener schrecklichen Zeit. Er fragte einmal, nachdem das Buch erschienen war: „Ich wußte gar nicht, daß ich so viel geschichtliche Kenntnisse besitze". Zu gegebener Zeit stiegen eben in ihm die Erinnerungen auf. Hatte er doch in Münster, dieser Stadt der vielen geschichtlichen Ereignisse, gelebt.

In seinem elterlichen Hause bot sich dazu viel Gelegenheit zum Studium der Geschichte. Sein Vater hatte eine gute Sammlung geschichtlicher Werke, ein Ururonkel, der als Graf Kramer von Kronenberg geadelt worden war und in österreichischen Diensten gegen die Türken gefochten hatte, rückte ihm durch Briefe näher, und sein Urgroßvater, der Oberlandesgerichtsrat Moritz Bachmann, ein Freund Freiligraths, hatte in der von ihm herausgegebenen Gunloda und Arminia allerlei kecke Gedichte veröffentlicht, die der Jüngling mit heißen Backen gelesen hatte. Aus alledem und aus mancherlei geschichtlichen Aufsätzen, die er teils als Redakteur von Niedersachsen, teils durch eigenes Studium kennenlernte, zog er den Unterbau zu dem Buche, das aber erst durch seine genaue Kenntnis der Heidebauern zu dem wurde, was es ist. Eine vollendete Schilderung der Niedersachsen in Not und Gefahr.

Ein Jahr später erschien ein neuer Roman; „Das zweite Gesicht"; es sollte sein letzter sein. Männer mit der Gabe des zweiten Gesichtes, oder, wie man im hannoverschen sagt, Späukenkieker, sind gar nicht so selten. Sie sehen bekanntlich Ereignisse voraus. Von dem schon genannten Urgroßvater Bachmann erzählt Löns: „Er hatte die unheimliche Gabe des zweiten Gesichtes, trotzdem er ein Weltmann und Rationalist war, und ein Stück davon, wenn auch sehr wenig ausgeprägt, vererbte er mir. Ich bin ihm deswegen nicht böse". Löns stellt hier einen Künstler, den Maler Hagenrieder, der diese unheimliche Gabe hat, in den Mittelpunkt der Handlung, schildert seine schwere Fieberphantasien, seine Erzählung mit dem Vollmond usw. Der Roman ist, wie alle Lönschen, in abgeschlossenen Kapiteln geschrieben. Worunter hier und da der Zusammenhang etwas leidet. Er ist um dieses Buch vielfach angefochten worden, da er darin ein dreieckiges Eheleben zu schildern scheint. Dabei enthält der Roman Szenen von wunderbarer Pracht wie Löns sie kaum - weder vorher noch nachher - in gleicher Schönheit wieder geschrieben hat.

Ein eigenartiges, wohl beispiellos dastehendes Buch ist der „Kleine Rosengarten", den er im Sommer 1911 geschrieben hatte. Es enthält lauter Lieder im Volkston, Lieder, wie sie die Bauernjungen und -mädchen unter der Dorflinde, wie sie die Soldaten auf dem Marsche singen. Er sagte mir einmal, daß er sie in reichlich drei Wochen geschrieben hätte. Er hätte nur das zu Papier gebracht, was ihm mit fertiger Melodie vorgeklungen hätte. Auch einem weniger musikalischen Menschen fällt schon beim Durchlesen die Sangbarkeit dieser Lieder auf. Mehrere sind denn auch in Musik gesetzt und in Konzerten gesungen worden. Am volkstümlichsten ist aber wohl das Matrosenlied mit dem charakteristischen, so ganz und gar in unsere Zeit passenden Kehrreim „Denn wir fahren gegen Engelland" geworden. Dieses Lied ist verschiedentlich vertont, vom Kunstwart mit Noten veröffentlicht und von Soldaten und Kindern unzählige Male gesungen worden. Herman Löns hat es nicht mehr gehört.

Er ist mit denen, für die er diese Lieder schrieb, hinausgezogen, um das Vaterland, die Heimaterde zu verteidigen. Hatte er von Anbeginn der Heimatschutzbewegung für die Heimat, ihre Landschaft, ihre Menschen, ihre Sitten und Gebräuche, ihre Tiere und Pflanzen gestritten mit dem heißen Temperament, das er sich bis zu seinen Tode bewahrt hatte, war ihm kein Plan großzügig genug, um das gute Alte vor dem gleichmachenden Neuen zu bewahren, so konnte er die Zeit nicht abwarten, bis er an die Front kam, um sich selbst für das deutsche Vaterland einzusetzen.

Seine Vorgesetzten, mit denen ich sprechen konnte, sagten mir, daß sie ihn gern zurückgehalten hätten, damit er nicht zu sehr der Gefahr ausgesetzt gewesen wäre. Sie schätzten in ihm nicht nur den braven Kameraden, den auch der einfache Mann in ihm sah, sie kannten und achteten ihn auch hoch als Dichter und Schriftsteller und wollten verhüten, daß irgendeine Kugel, wohl gar aus dem Gewehr eines Senegalesen, diesem wertvollen Leben ein viel zu frühes Ende setzen sollte. Auch sie erhofften von ihm ein wertvolles Buch über diesen Krieg. Aber er ließ sich nicht halten, er wollte in die vorderste Linie, wollte mit seinen Kammeraden in den Stunden der Gefahr zusammen sein. 

Einem Kameraden schrieb er noch folgende Zeilen in das Notizbuch:

In diesem Sinne.
Ein Pfui dem Mann,
Der sich nicht wehren kann.
Not lehrt das Gebot:
Schlah´ dot, schlah´ dot.

Ich gebe hier aus seinem Tagebuch die letzte Seite wieder - es ist das letzte, was er geschrieben hat -, um zu zeigen, daß er freudig in den Kampf gegangen ist.

„Um 6 Uhr zu meinem Bataillon. Alles ruht sich aus, raucht, singt, lacht, und dabei geht es in 2 Stunden in die vorderste Schützenlinie. Blasse Sichel im Süden, Sonne geht über silbernem Dunst friedlich unter, wirft warme Schatten aufs Gefilde. Auf Straße Pferdetransport als dunkles Geschlängel. Im Norden schießt unsere Artillerie mit Schrabnells nach Flieger. Der ganze helle Himmel voll goldgelber Wolken mit Blitzlichtern. Erbsensuppe (schmeckt wieder). Tee (der Leutnant gibt Burgunder zu). Frohe Stimmung und es geht in die Linie."

Aus diesen wenigen Worten leuchtet noch einmal die ganze Poesie hervor, die über seinen Werken ausgebreitet ist. Bis in die letzten Stunden begleitete ihn die Freude an der Schönheit der Natur. Auch dort draußen, wo der Tod das Gebot der Stunde ist, verließ ihn diese Liebe nicht, tranken seine Augen die Schönheit in der Hoffnung, sie tausendfach weiterstrahlen zu können. Es war ihm nicht vergönnt. Ein echter deutscher Mann ist mit ihm dahingegangen.

Ein Kamerad hat anknüpfend an seine letzten Worte am Schluß des Tagebuches geschrieben: „Wovon er nicht zurückkommen sollte. Gefallen am 26.9. bei Loivre. Ehre seinem Andenken."

Sein Name wird nicht vergessen werden. Der Verein Naturschutzpark hat seinen Namen für alle Zeiten mit einer Heidefläche in dem Naturschutzpark in der Lüneburger Heide verknüpft. Das ist wahrlich eine Ehrung für den Dichter der Heide, besser als ein Denkmal von Erz oder Stein. Im Kirchwehrener Holze steht die „Lönseiche", um deren Schonung er einst die Forstverwaltung gebeten hatte.

Viele große Pläne ruhen mit ihm in dem schlichten Heldengrabe bei Loivre in französischer Erde.
In diesem Lönsbuche sind noch einmal Perlen der verschiedenen Arten seiner so mannigfaltigen Kunst zusammengetragen worden. Möge es dazu beitragen, die Liebe zu dem toten Dichter und Helden zu stärken und zu festigen.

Im Kriegsjahre 1916. Max A. Tönjes

 

 

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- Vorschaubild: Hermann Löns. Fotograf: Hajotthu. gemeinfrei. Quelle: wikipedia.de
- Hermann Löns Denkmal am Hermann-Löns-Weg in Wernigerode. Urheber: Kassandro, Lizenz: CC-BY-SA-3.0. via Wikimedia Commons
- Hermann Löns Bronzestatue in Walsrode. Fotograf: AxelHH at de.wikipedia, gemeinfrei
- Faksimile der Handschrift von Hermann Löns: 1. Kapitel "Die Haidbauern" aus "Der Wehrwolf"
„Die Haidbauern.Im Anfange war es wüst und leer in der Haide. Der Adler führte über Tage das große Wort, und bei Nacht hatte es der Uhu; Bär und Wolf waren Herren im Lande und hatten Macht über jegliches Getier. ... " Datum 1910. gemeinfrei.
- Bild aus der öffentlich aufgestellten Infotafel am Lönsdenkmal in Müden (Örtze). Urheber: Hajotthu at de.wikipedia. Lizenz: Cc-By-SA 3.0, via Wikimedia Commons
- Grabstein, Westruper Heide, Urheber: LostPlaces (Eigenes Werk) CC-BY-SA-3.0, via WikimediaCommons
- Von Hermann Löns genutzte Jagdhütte bei Westenholz. Fotograf: AxelHH at de.wikipedia, gemeinfrei