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Weihnachten

Ein Fest der Familie und des Friedens

Florian Russi, Herbert Kihm (Hg.)

Alle Jahre wieder feiern wir das Weihnachtsfest im Kreise unserer Familie und lassen althergebrachte Traditionen in familiärer Atmosphäre aufleben. Doch wo hat das Fest seinen Ursprung, warum feiern wir Weihnachten und woher stammt der Christbaum?

Das liebevoll gestaltete Heftchen gibt Auskunft hierüber und enthält zudem eine kleine Sammlung der bekanntesten Weihnachtslieder. Des Weiteren Rezepte laden zum Kochen und Backen ein.

Üb immer Treu und Redlichkeit

Üb immer Treu und Redlichkeit

Ludwig Christoph Heinrich Hölty

Die Zauberflöte wird Preußisch

 
Wie genau das Lied „Üb‘ immer Treu und Redlichkeit" entstand ist nicht ganz zu rekonstruieren. Sicher ist: Ludwig Christoph Heinrich Hölty schrieb das Gedicht „Der alte Landmann und sein Sohn" um 1776. Sicher ist auch: Mozarts Zauberflöte wurde 1791 in Wien uraufgeführt. Der Text von Höltys Gedicht wird auf die Melodie der Papageno-Arie „Ein Mädchen oder Weibchen" gesungen. Ob nun Mozart selbst die leichten Änderungen der Melodieführung vorgenommen hat, ist nicht belegt. Zudem behaupten Quellen, Christian Friedrich Daniel Schubart habe in seiner 10jährigen Haftzeit die eigentliche Melodie zu „Üb‘ immer Treu und Redlichkeit" komponiert und zwar schon 1776 (Schubart gab wohl auch die Vorlage für Schillers Räuber und Schuberts Forelle).
Das kleine Volkslied über die Tugenden entwickelte sich natürlich zu einem Hit in Preußen, sodass das Glockenspiel in der Garnisonskirche in Potsdam, auf Wunsch von Königin Luise, zu jeder halben Stunde „Üb‘ immer Treu und Redlichkeit" spielt. Und so ist es auch heute noch, obwohl längst nur noch eine moderne Nachbildung des Glockenspiels existiert. 
Tiffany Tabbert 
 

 

Üb' immer Treu und Redlichkeit 

1. Üb' immer Treu und Redlichkeit
Bis an dein kühles Grab
Und weiche keinen Finger breit
Von Gottes Wegen ab!

2. Dann wirst du wie auf grünen Au'n
Durch's Pilgerleben gehn
Dann kannst du sonder Furcht und Grau'n
Dem Tod ins Antlitz sehn.

3. Dann wird die Sichel und der Pflug
In deiner Hand so leicht,
Dann singest du beim Wasserkrug,
Als wär dir Wein gereicht.

4. Dem Bösewicht wird alles schwer,
Er tue was er tu,
Der Teufel treibt ihn hin und her
Und läßt ihm keine Ruh.

5. Der schöne Frühling lacht ihm nicht,
Ihm lacht kein Ährenfeld,
Er ist auf Lug und Trug erpicht,
Und wünscht sich nichts als Geld.

6. Der Wind im Hain, das Laub im Baum
Saust ihm Entsetzen zu,
Er findet, nach des Lebens Raum
Im Grabe keine Ruh.

7. Drum übe Treu und Redlichkeit
Bis an dein kühles Grab,
Und weiche keinen Finger breit
Von Gottes Wegen ab!

8. Dann suchen Enkel deine Gruft
Und weinen Tränen drauf,
Und Sonnenblumen, voll von Duft,
Blühn aus den Tränen auf.

 

*****

Noten arrangiert und gesetzt von Tiffany Tabbert 

Vorschaubild: Garnisionskirche Potsdam um 1827, gemeinfrei 

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