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Kennst du Friedrich Schiller?
Jürgen Klose 

Viel wurde schon geschrieben über den großen deutschen Dichter. Doch kein Schiller-Buch ist wie dieses: Um den Leser nicht mit wiederholt Gehörtem zu langweilen, setzt der Autor Jürgen Klose ein gewisses Maß an Vorwissen voraus. Er selbst gibt kein Urteil, sondern trägt auf strukturierte Weise zusammen, was andere über Friedrich Schiller zu berichten wussten und wissen.

Friedrich Schiller

Friedrich Schiller

Ulrike Unger

Im Kanon der Weltliteratur

„Schiller konnte nichts Gemeines berühren, ohne es zu veredeln. Er erschien immer im unbedingten Besitze seiner erhabenen Natur; er war so groß am Teetische, wie er im Staatsrate gewesen sein würde. Nichts engte ihn ein; nichts zog den Flug seiner Gedanken herab. [...]"
J.W. Goethe über Friedrich Schiller
Schillers Wappen
Schillers Wappen

Johann Christoph Friedrich von Schiller, der am 10. November 1759 in Marbach am Neckar geboren wurde, war der hochgeschätzte Literatenfreund Johann Wolfgang von Goethes. Gemeinsam mit Wieland und Herder bildeten die beiden Dichter das berühmte Viergestirn des geistigen Lebens im Sachsen-Weimarer Fürstentum.

Bevor Schiller 1794 bei einer Sitzung der Naturforschenden Gesellschaft in einem Gespräch über die Urpflanze in Jena seine Freundschaft mit Goethe begründete, hatte er bereits mit seinen Erstlingswerken „Die Räuber" und „Kabale und Liebe" die württembergische Theaterwelt bewegt. Er galt seither in Mannheim und Umgebung als angesehener Dramatiker. Viele sahen in den „Räubern" einen revolutionären Geist gegen Fürstenwillkür und Untertanenglaube aufleuchten. Die Vorstellung von Schiller als Freiheitsdichter prägte fortan sein Image. Schiller war durchaus Verfechter der französischen Revolution, die Auswüchse der jakobinischen Herrschaft jedoch lehnte er zutiefst ab.

Goethe; Schiller; Wieland; Klopstock; Lessing; Herder.
Goethe; Schiller; Wieland; Klopstock; Lessing; Herder.
Schon im Alter von 13 Jahren musste Friedrich Schiller fernab der Eltern und Geschwister entbehrungsreiche Zeiten auf sich nehmen. Herzog Carl Eugen befahl ihm den Eintritt in die Militärakademie Karlsschule in Stuttgart. Diese hatte den Ruf einer besonders autoritären Lehr- und Erziehungsanstalt. Er studierte hier zunächst Jura, wechselte dann aber zur Medizin. Obwohl es ihm verboten war, las er hinter den Rücken der Aufseher mit seinen Kameraden anspruchsvolle Literatur, außerdem hatte er eine Vorliebe für Schnupftabak. Nach den auferlegten Zwängen der Militärschule, durfte er die Institution 1780 endlich verlassen und fand eine Anstellung als Regimentsarzt der Herzoglich Württembergischen Armee. Nach zunehmenden Konflikten mit dem Landesherrn flüchtete er auf abenteuerlichen Wegen aus seiner Heimat. Gemeinsam mit einem Freund, dem Musiker Andreas Streicher reiste er über Mannheim nach Frankfurt a.M. und erhielt schließlich Asyl im thüringischen Bauerbach. 1787 lernte Schiller in Rudolstadt die Familie von Lengefeld kennen. Mit Caroline und Charlotte, den zwei Töchtern der Witwe von Lengefeld, schloss er schnell eine herzliche Verbindung. Eine ganze Weile genoss Schiller die Zuneigung der beiden gebildeten Frauen, bis er sich zur Heirat mit Charlotte entschied. Das Paar wurde im Februar 1790 in Wenigenjena getraut, der Name „Schillerkirche" erinnert noch heute an das Ereignis. Der Schriftsteller hatte nun auch eine Professur für Geschichte an Jenas Universität inne. Seine Antrittsvorlesung lockte damals so viele interessierte Studenten an, dass sie nur im größten Raum der Universität Platz finden konnten. Die Ernennung zum Hofrat versprach bald darauf einen finanziellen Aufschwung für den sich ständig in wirtschaftlichen Nöten befindlichen Künstler. Nun konnte der Kontakt zum Altmeister Goethe alsbald intensiviert werden. Beide schrieben für Schillers Monatszeitschrift „die Horen" und neckten die intellektuellen Kreise mit ihren „Xenien". Im Jahre 1797, das als Balladenjahr in die Literaturgeschichte eingehen sollte, lieferten sich die beiden einen Wettstreit im Schreiben. Es entstanden Schillers „Kraniche des Ibykus", „Der Handschuh" und „Der Taucher". 1799 zog Schiller mit Frau und Kindern nach Weimar.
Der schon lange kränkliche Friedrich Schiller starb jung. 45-jährig erlag er am 09. Mai 1805 in Weimar einer unheilbaren Lungenentzündung, die sich wahrscheinlich durch eine frühe Tuberkuloseansteckung entwickelt hatte. Man beerdigte den toten Dichter zunächst im Kassengewölbe auf dem Jacobskirchhof. Die Grabstätten Goethes und Schillers befinden sich heute nebeneinander liegend in der Fürstengruft auf dem Weimarer Historischen Friedhof. Schillers sterbliche Überreste sind allerdings seit dem Abriss des Kassengewölbes verschollen. Sein Sarg steht leer.
„Don Carlos", „Wallenstein", „Maria Stuart", „Wilhelm Tell" - Friedrich Schillers Werk zählt zum Kanon der Weltliteratur. Seine Texte legen Inhalte von höchster künstlerischer sowie sprachlicher Qualität dar, die bis heute überzeugen.

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Quellen:
• Gisela Seidel: Schiller - Erinnerungen. Lebensrückblick in autobiografischer Form. Leipzig: Engelsdorfer 2009.

 

Bildquellen:

Vorschaubild, Friedrich Schiller, gemeinfrei

Goethe; Schiller; Wieland; Klopstock; Lessing; Herder. , gemeinfrei, 

 

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