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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Adenauer in Moskau

Adenauer in Moskau

Florian Russi

Diplomatie mit Olivenöl

Roter Platz in Moskau
Roter Platz in Moskau

Konrad Adenauer, von 1949-1963 erster Kanzler der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland, reiste 1955 mit einer Delegation aus hochrangigen Politikern und Diplomaten nach Moskau. Zwar lehnte er das dort herrschende „Soffjet"-Regime ab, doch als Realpolitiker wusste er um die Bedeutung der deutsch-russischen Beziehungen. Wichtigstes humanitäres Ziel der Reise waren Verhandlungen über die Freilassung von fast 10.000 noch in Russland festgehaltenen Gefangenen aus dem 2. Weltkrieg.

Roter Platz - Erlöser-Turm
Roter Platz - Erlöser-Turm

Der Besuch war die erste offizielle deutsch-sowjetische Begegnung nach dem Ende des Krieges und der alte Fuchs Adenauer hatte Sorge, dass seine Mitstreiter den legendären Trinkgewohnheiten der Gastgeber nicht würden standhalten können. Deshalb rief er sie vor dem Beginn der Gespräche zusammen und forderte sie auf, einige Schlucke von dem Olivenöl, das er mitgebracht hatte, zu trinken. Sein Arzt hatte ihm gesagt, dass das Öl die Wirkung des russischen Wodkas erheblich neutralisieren würde. Das Experiment klappte. Die deutschen Verhandlungspartner zeigten Trinkfestigkeit und Stehvermögen.

Die Mutter eines Kriegsgefangenen dankt Konrad Adenauer
Die Mutter eines Kriegsgefangenen dankt Konrad Adenauer

Die Reise wurde zu einem der größten politischen Erfolge des „Alten aus Rhöndorf". Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion wurden ständige diplomatische Beziehungen aufgenommen und Botschafter ausgetauscht. 9.500 Kriegsgefangene kamen frei und konnten von ihren Angehörigen in die Arme geschlossen werden. „Nun danket alle Gott" klang es über dem Lager Friedland, als die ersten 600 Heimkehrer dort eintrafen und alle sangen unter Tränen mit. Der Tag wurde zu einem der emotionalen Höhepunkte der deutschen Nachkriegsgeschichte.

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Bildquellen:
Vorschaubild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F078072-0004 / Katherine Young / CC-BY-SA
Fotos oben rechts und mitte links: Olga Heinzl 
Bild unten rechts: Bundesarchiv, B 145 Bild-107546 / CC-BY-SA

 

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