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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Adenauer in Moskau

Adenauer in Moskau

Florian Russi

Diplomatie mit Olivenöl

Roter Platz in Moskau
Roter Platz in Moskau

Konrad Adenauer, von 1949-1963 erster Kanzler der neu gegründeten Bundesrepublik Deutschland, reiste 1955 mit einer Delegation aus hochrangigen Politikern und Diplomaten nach Moskau. Zwar lehnte er das dort herrschende „Soffjet"-Regime ab, doch als Realpolitiker wusste er um die Bedeutung der deutsch-russischen Beziehungen. Wichtigstes humanitäres Ziel der Reise waren Verhandlungen über die Freilassung von fast 10.000 noch in Russland festgehaltenen Gefangenen aus dem 2. Weltkrieg.

Roter Platz - Erlöser-Turm
Roter Platz - Erlöser-Turm

Der Besuch war die erste offizielle deutsch-sowjetische Begegnung nach dem Ende des Krieges und der alte Fuchs Adenauer hatte Sorge, dass seine Mitstreiter den legendären Trinkgewohnheiten der Gastgeber nicht würden standhalten können. Deshalb rief er sie vor dem Beginn der Gespräche zusammen und forderte sie auf, einige Schlucke von dem Olivenöl, das er mitgebracht hatte, zu trinken. Sein Arzt hatte ihm gesagt, dass das Öl die Wirkung des russischen Wodkas erheblich neutralisieren würde. Das Experiment klappte. Die deutschen Verhandlungspartner zeigten Trinkfestigkeit und Stehvermögen.

Die Mutter eines Kriegsgefangenen dankt Konrad Adenauer
Die Mutter eines Kriegsgefangenen dankt Konrad Adenauer

Die Reise wurde zu einem der größten politischen Erfolge des „Alten aus Rhöndorf". Zwischen der Bundesrepublik Deutschland und der Sowjetunion wurden ständige diplomatische Beziehungen aufgenommen und Botschafter ausgetauscht. 9.500 Kriegsgefangene kamen frei und konnten von ihren Angehörigen in die Arme geschlossen werden. „Nun danket alle Gott" klang es über dem Lager Friedland, als die ersten 600 Heimkehrer dort eintrafen und alle sangen unter Tränen mit. Der Tag wurde zu einem der emotionalen Höhepunkte der deutschen Nachkriegsgeschichte.

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Bildquellen:
Vorschaubild: Bundesarchiv, B 145 Bild-F078072-0004 / Katherine Young / CC-BY-SA
Fotos oben rechts und mitte links: Olga Heinzl 
Bild unten rechts: Bundesarchiv, B 145 Bild-107546 / CC-BY-SA