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Hans-Jürgen Malles
Kennst du Friedrich Hölderlin?

Seine Werke gehört neben denen Goethes und Schillers zu den bedeutendsten der deutschen Klassik, auch wenn sein Leben im Wahnsinn endete. Eine Hinführung zum Verständnis von Hölderlins Persönlichkeit und Werk bietet Deutschlehrer Malles hier. Der Leser erhält Einblicke in ein facettenreiches Leben voller Höhen und Tiefen und darf teilhaben an Hölderlins Begeisterung für die Französische Revolution und die griechische Antike. Auch die Liebe zu Susette Gontard soll nicht unerwähnt bleiben.

Frühlingsnacht

Frühlingsnacht

Joseph von Eichendorff

Der Frühling, die Jahreszeit des Erwachens, wird in der Literatur oft als Sinnbild der Liebe bzw. der Sexualität genutzt. Das 1837 entstandene Gedicht „Frühlingsnacht" ist ein schönes Beispiel hierfür. Joseph von Eichendorff, der an einem Frühlingstag (10. März 1788) das Licht der Welt erblickte, beginnt die erste Strophe mit einem Naturbild, das ihm in der zweiten Strophe zum Gefühlsausbruch führt.

Der Reiz der Verse besteht in ihrer Doppelbödigkeit. In der Frühlingsnacht beschreibt der 49-jährige Dichter die wiedererwachte Leidenschaft. Haben Sie schon einmal versucht, die Verse erotisch zu fassen?

Tina Romstedt

Über'n Garten durch die Lüfte
Hört' ich Wandervögel ziehn,
Das bedeutet Frühlingsdüfte,
Unten fängt's schon an zu blühn.

Jauchzen möchte' ich, möchte weinen,
Ist mir's doch, als könnt's nicht sein!
Alte Wunder wieder scheinen
Mit dem Mondesglanz herein.

Und der Mond, die Sterne sagen's,
Und in Träumen rauscht's der Hain,
Und die Nachtigallen schlagen's:
Sie ist Deine, sie ist dein!

****

Foto: Rita Dadder

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