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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Friedrich Wilhelm Kantzenbach

Friedrich Wilhelm Kantzenbach

Florian Russi

Er gehörte zu den Menschen, die ihre Umwelt sehr intensiv wahrnehmen und innerlich verarbeiten und die Ergebnisse dieser Verarbeitung kreativ festhalten. Als Friedrich Wilhelm Kantzenbach das Original einer bisher unbekannten Briefnotiz der Tochter des Forschers und Weltreisenden Georg Forster (1754 - 1794) entdeckte, entwickelte er daraus einen Roman.

Kantzenbach gehört zu den bedeutendsten protestantischen Kirchenhistorikern und ist zugleich der Literaturwissenschaft und der Kunstgeschichte eng verbunden. Von erstaunlichem Umfang ist das literarische Werk des bald 80-jährigen Gelehrten. Ohne Anspruch auf Vollständigkeit zu stellen, kam ich bei meinen Recherchen auf 41 von ihm geschriebene Bücher und mehr als 400 Aufsätze bzw. Beiträge in Fachschriften. Seine bei Rowohlt erschienenen Biographien von Johann Gottfried Herder und Friedrich Daniel Ernst Schleiermacher erreichten hohe Auflagen und wurden beide auch ins Chinesische übersetzt. Auch seine Biographie von Albert Schweitzer erlebte mehrere Auflagen und erschien zudem in italienischer Sprache. Hervorheben will ich auch seine Werke „Politischer Protestantismus" und „Sozialgeschichte des Christentums" (2 Bände), die alle in zweiter Auflage erschienen, und - von mir besonders geschätzt - das vierbändige Werk „Geist und Religion der Neuzeit".

Kennengelernt habe ich ihn, als er 1982 - 1995 Professor für Kirchengeschichte an der Universität des Saarlandes und mein Nachbar auf dem „Scheidter Berg" war. Bei gemeinsamen Gesprächen, Essen und Spaziergängen habe ich ihn als ungeheuer belesenen, gebildeten und sensiblen Menschen und kritischen Denker erlebt. Kantzenbach, der in Stettin geboren wurde und im lutherischen Glauben aufwuchs, begann seine wissenschaftliche Laufbahn als Privatdozent für Historische Theologie an der Universität Erlangen-Nürnberg. 1958 wurde er zum Professor für Kirchen- und Dogmengeschichte an der Augustana-Hochschule in Neuendettelsau berufen. Hier lehrte er mit dreijähriger Unterbrechung insgesamt 24 Jahre und war je zwei Jahre lang Prorektor und Rektor der Hochschule. In der dreijährigen Zwischenzeit war er am Institut für Ökumenische Forschung in Straßburg tätig und übte eine Gastprofessur in Brasilien und eine Forschungsprofessur in Argentinien aus. Außerdem war er beim II. Vatikanischen Konzil in Rom offizieller Beobachter des Lutherischen Weltbundes. 1995 wurde er von der Universität des Saarlandes emeritiert.

Dem immer noch geistig regen Emeritus machten langjährige chronische Krankheiten zu schaffen. Deshalb lebte er seit einigen Jahren mit seiner Frau Elisabeth, die ebenfalls publizistisch tätig ist, im Wohnstift Augustinum in Roth in Mittelfranken, wo er am 16. Mai 2013 starb.

 

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Vorschaubild: Friedrich Wilhelm Kantzenbach. © Bertuch Verlag Weimar

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