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Winckelmann im Kreise der Gelehrten

Klaus-Werner Haupt

Das Gemälde "Winckelmann im Kreise der Gelehrten in der Nöthnitzer Bibliothek" von Theobald Reinhold Anton Freiherr von Oer steht im Mittelpunkt dieser Abhandlung über Winckelmann. Es dient dem Autor als Vorlage für eine kurze szenische Darstellung, in der die Geisteshaltungen und die Kontroversen der zwölf Gelehrten sichtbar werden.
Insgesamt besteht das Heft aus drei Teilen. Einem Kurzabiss zum Maler von Ohr, dessen Bild im Mittelpunkt steht, dann der szenischen Abhandlung, die das Bild zum Leben erweckt. Anschließend wird in einem wissenschaftlichen Abriss Winckelmann als Wegbereiter der Weimarer Klassik abgehandelt.

Des Sommers letzte Rose

Des Sommers letzte Rose

Thomas Moore

Der englische Dichter Thomas Moore lässt das lyrische Ich in seinem Gedicht voller Herzschmerz Abschied von der Blütenpracht der Rosen nehmen. Der Herbst zeigt auch vor der letzten ihrer Art kein Erbarmen und so bleibt dem Akteur nur noch übrig, der schönen Rose die letzte Ehre zu erweisen und ihre Blätter zu deren Schwestern auf das Beet zu streuen. Einer Beerdigung des Sommers kommt dieser Akt gleich. Doch trotz des Wehmuts, den der Leser verspürt, schwingt in den Strophen auch eine gewisse Romantik mit. In der letzten Strophe offenbart der Dichter, dass eine verwelkte Liebe die Ursache für den schwermütigen Ton des Stückes ist. Denn, wenn

„Manch treues Herze fällt,

O, wer wollt‘ allein bewohnen

Diese nächtliche Welt!“


Die trübselige Stimmung des an Liebeskummer Leidenden verstärkt sich durch das herbstliche Absterben der Natur. Die Trostlosigkeit der herbstlichen Stimmung vertreibt auch die positiven Gedanken des Gemüts.

Das ursprüngliche Werk mit dem Namen „The last rose of summer“ schrieb Moore in englischer Sprache nieder. Ob er selbst die deutschsprachige Übersetzung vorgenommen hat, ist nicht bekannt.

Carolin Eberhardt.

Des Sommers letzte Rose

Blüht hier noch allein

Verwelkt sind der Gespielen

Holdlächelnde Reih’n.

Ach, es blieb keine Schwester,

Keine Knospe zurück,

Mit erwiderndem Seufzer

Mit errötendem Blick!

Ich will nicht, Verlass’ne,

So einsam dich sehn,

Wo die Lieblichen schlummern,

Sollst auch du schlafen gehen.

Drum freundlich zerstreu‘ ich

Deine Blätter über’s Beet,

Wo die Blüten, wo die Blätter

Deiner Schwestern verweht.


So bald möcht‘ ich folgen,

Wenn Freundschaft sich trübt,

Und der Kranz süßer Liebe

Seine Blätter zerstiebt;

Wenn Teure verschwinden,

Manch treues Herze fällt,

O, wer wollt‘ allein bewohnen

Diese nächtliche Welt!

Des Sommers letzte Rose hier als PDF: Des Sommers letzte Rose (deutsch und englisch)


*****

Bildquellen:

Vorschaubild: Welkende Rose, 2020, Urheber: hudsoncrafted via Pixabay CCO; neu bearbeitet von Carolin Eberhardt.

Rosenranke, 2016, Urheber: GDJ via Pixabay CCO.

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