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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Wer will fleißige Handwerker sehn

Wer will fleißige Handwerker sehn

Das in Volksweise überlieferte Bewegungslied hat auch in der heutigen Zeit seine Anziehungskraft auf Kinder nicht verloren. Der Urheber der Melodie sowie des Textes ist unbekannt. Die Musikwissenschaft geht davon aus, dass das Stück ca. 1900 entstanden ist. Traditionelle Handwerksberufe können gemeinsam besungen, die typischen Bewegungen der Handwerker zum Gesang imitiert werden. Ab Anfang der 1920er Jahre wurde das Kinderlied mehrfach in Liederbüchern publiziert und wurde auf diese Weise nicht nur deutschlandweit populär, sondern verbreitete sich darüber hinaus in Österreich und der Schweiz. Sogar in kirchliche Liederbücher, sowohl der katholischen als auch der evangelischen Kirche, erhielt Wer will fleißige Handwerker sehn Eingang. Bereits kurz nach seiner Veröffentlichung war es Bestandteil des Unterrichts und des Kindergartenalltags. In der heutigen Zeit findet das Stück weiterhin Anklang und zahlreiche Verwendungen. Nach wie vor wird es in Bilderbüchern publiziert und in Betreuungseinrichtungen gemeinsam gesungen.

Carolin Eberhardt


1. Strophe

Wer will fleißige Handwerker sehn,
der muss zu uns Kindern gehn.
|: Stein auf Stein,

Stein auf Stein,
das Häuschen wird bald fertig sein :|


2. Strophe

Wer will fleißige Handwerker sehn,
der muss zu uns Kindern gehn.
|: O wie fein,

o wie fein,
der Glaser setzt die Scheiben ein :|


3. Strophe

Wer will fleißige Handwerker sehn,
der muss zu uns Kindern gehn.
|: Tauchet ein,

tauchet ein,
der Maler streicht die Wände fein :|


4. Strophe

Wer will fleißige Handwerker sehn,
der muss zu uns Kindern gehn.
|: Zisch, zisch, zisch,

zisch, zisch, zisch,
der Tischler hobelt glatt den Tisch :|


5. Strophe

Wer will fleißige Handwerker sehn,
der muss zu uns Kindern gehn.
|: Trapp, trapp, drein,

trapp, trapp, drein,
jetzt gehn wir von der Arbeit heim :|


6. Strophe

Wer will fleißige Handwerker sehn,
der muss zu uns Kindern gehn.
|: Poch, poch, poch,

poch, poch poch,
der Schuster schustert zu das Loch :|


7. Strophe

Wer will fleißige Handwerker sehn,
der muss zu uns Kindern gehn.
|: Stich, stich, stich,

stich, stich, stich,
der Schneider näht ein Kleid für mich :|


8. Strophe

Wer will fleißige Handwerker sehn,
der muss zu uns Kindern gehn.
|: Rühre ein,

rühre ein,
der Kuchen wird bald fertig sein :|


9. Strophe

Wer will fleißige Handwerker sehn,
der muss zu uns Kindern gehn.
|: Hopp, hopp, hopp,
jetzt tanzen alle im Galopp :|


*****

Vorschaubild: Kinderstube, 1889, Gemälde: Öl auf Leinwand, Urheber: Fritz Uhde.

Noten gesetzt von Carolin Eberhardt.

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