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Achim und Bettina von Arnim

Florian Russi

Sie waren als Dichterehepaar einmalig in der deutschen Literaturgeschichte. Bekannt ist Achim von Arnim bis heute vor allem durch die Liedersammlung „Des Knaben Wunderhorn“, die er zusammen mit Bettinas Bruder Clemens Brentano herausgab. Bettina kennen wir durch die Veröffentlichung einer literarisch bearbeiteten Korrespondenz zwischen ihr und Johann Wolfgang von Goethes Mutter Elisabeth sowie mit Goethe selbst. Sie gab dieser Publikation den Namen „Goethes Briefwechsel mit einem Kinde“ und erreichte damit zahlreiche Leser.

In diesem 24-seitigen Heft wird das Leben der beiden, ihr Umfeld und einige ihrer wichtigsten Werke vorgestellt.

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Wer ist des Staates Untertan?

Wer ist des Staates Untertan?

Bettina von Arnim

Der Arme ist´s!

Bettina entstammte einer reichen Familie. Sie war jedoch sozial engagiert, sympathisierte mit den Frühsozialisten und es wurde ihr sogar unterstellt, den berühmten Weberaufstand mit angezettelt zu haben. Sie kam auch in Kontakt mit Karl Marx. Die Reichen kritisiert sie in den folgendem Essay genau wie er. Doch Bettinas Anliegen ist idealistisch. Sie will, dass die gerechten Ansprüche der Armen anerkannt werden. Dann, so ist sie sich sicher, werden die Armen nicht klassenkämpferisch die Macht an sich reißen, sondern sich solidarisch fürs Vaterland einsetzen. Die Armen werden von Bettina typisiert, sie bilden anders als die Reichen „ein gemeinsam Volk“.

Florian Russi

Wer ist des Staates Untertan? Der Arme ists! –
Nicht der Reiche auch? – Nein, denn seine Basis ist Selbstbesitz und seine Überzeugung, daß er nur sich angehöre! –
Den Armen fesseln die Schwäche, die gebundenen Kräfte an seine Stelle. – Die Unersättlichkeit, der Hochmut, die Usurpation fesseln den Reichen an die seine. Sollten die gerechten Ansprüche des Armen anerkannt werden, dann wird er mit unzerreißbaren Banden der Blutsverwandtschaft am Vaterlandsboden hängen, der seine Kräfte der Selbsterhaltung weckt und nährt, denn die
Armen sind ein gemeinsam Volk, aber die Reichen sind nicht ein gemeinsam Volk, da ist jeder für sich und nur dann sind sie gemeinsam, wenn sie eine Beute teilen auf Kosten des Volkes.

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Bettina von Arnim vor der Nationalversammlung in der Frankfurter Paulskirche - Zusammengestellt von Andreas Werner, gemeinfrei

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