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Kennst du Gotthold Ephraim Lessing?
vorgestellt von Jürgen Krätzer

Jürgen Krätzer eröffnet uns eine neue Sicht auf den Autor. Lessing entpuppt sich als schulverdrossener Aufrührer, als Student in „schlechter Gesellschaft" und als leidenschaftlicher Glücksspieler, der sich von Job zu Job hangelt. Bewusst stellte er sich gegen die damaligen Erwartungen und prangerte die Scheuklappen der Gesellschaft an. Krätzer zeigt dies anhand unkonventioneller Fabeln und Gedichte, seiner Kritiken und Briefe. Zugleich setzt er sich mit Lessings neuartiger Theatertheorie und den aufklärerischen Werten in seinen Dramen auseinander. Dabei gelingt es ihm aufzuzeigen, wie relevant und modern deren Themen noch heute sind.

Berg und Burgen schau´n herunter

Berg und Burgen schau´n herunter

Heinrich Heine

Heine stammte aus Düsseldorf. Der am Rhein gelegenen Stadt und ihrem Fluss blieb er sein ganzes Leben eng verbunden. Zu seinen Lebzeiten war der Rhein ein Sinnbild für Deutschland schlechthin. Die Rheinromantik ist bis heute sprichwörtlich geblieben. Heine hat dem Rhein zwei seiner bekanntesten Gedichte gewidmet, die Loreley sowie das nun folgende. Es ist ein Loblied, sehr romantisch, aber typisch für Heine, auch mit kritischen Aspekten versehen. Heine war begeisterungsfähig, aber immer darauf bedacht, nicht in Schwärmerei zu verfallen. So auch hier. Der Rhein ist zwar prachtvoll, freundlich und verlockend, kann aber auch gefährlich sein und tückisch wie eine Geliebte.

Florian Russi

Berg' und Burgen schaun herunter

Berg' und Burgen schaun herunter
In den spiegelhellen Rhein,
Und mein Schiffchen segelt munter,
Rings umglänzt von Sonnenschein.

Ruhig seh ich zu dem Spiele
Goldner Wellen, kraus bewegt;
Still erwachen die Gefühle,
Die ich tief im Busen hegt.

Freundlich grüßend und verheißend
Lockt hinab des Stromes Pracht;
Doch ich kenn ihn, oben gleißend,
Birgt sein Innres Tod und Nacht.

Oben Lust, im Busen Tücken,
Strom, du bist der Liebsten Bild!
Die kann auch so freundlich nicken,
Lächelt auch so fromm und mild

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Teaserfoto:
wikimedia - gemeinfrei; Heinrich Heine (Gemälde von Moritz Daniel Oppenheim, 1831)

Textquelle: http://www.textlog.de/23339.html