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Mitgelaufen

Christoph Werner

Das Buch „Mitgelaufen“ ist nicht wie andere Bücher über das Leben in der DDR. Hier liegt nicht der Fokus auf Mangelwirtschaft, einer allmächtigen Partei und der Staatssicherheit. Der Autor ist auch kein Opfer des Regimes, dem schreckliches widerfahren ist. Er gehört zu der großen Masse derjenigen, die sich als Rädchen im Mechanismus der DDR-Diktatur gedreht haben. Christoph Werner bricht mit seinem Buch das Schweigen der Mitläufer. Er stellt sich seiner eigenen Vergangenheit und dem Wissen, dass er selbst durch seine Zurückhaltung oder auch lautstarke Zustimmung das alte System lange am Leben erhalten hat. Jahrzehnte nach dem Mauerfall eröffnet er damit vor allem der heranwachsenden Generation, welche die DDR nur noch vom Hörensagen kennt, einen ganz neuen Blickwinkel auf ihre Geschichte.

Ohne Anklage und ohne den Versuch der Rechtfertigung wagt er eine kritische Betrachtung aus dem eigenen Erleben und gewährt Einblicke in eine vergangene Zeit.
Möge der Leser nicht mit dem Zeigefinger auf ihn zeigen, sondern sich fragen, wie oft er heute selbst dem Mainstream folgt oder mutig zu sich selbst und seiner Meinung steht.

Wir sind durch Deutschland gefahren

Wir sind durch Deutschland gefahren

Die genaue Herkunft von Text und Melodie ist nicht bekannt. Es liegt die Vermutung nahe, dass Noten und Text wie andere Lieder der Jugendbewegung, durch unterschiedliche Personen vervollständigt wurden.

Die Volksliedforschung geht davon aus, dass das Lied um 1930 entstanden ist, da der Inhalt auf einen Entstehungszeitraum nach der großen Wandervogelzeit schließen lässt.

Auf Fahrten, Gruppentreffen oder am Lagerfeuer erfuhr das Werk seine Verbreitung bis heute. Ausnahme bildet hier die Zeit des Nationalsozialismus in Deutschland, in welcher das Stück gänzlich aus allen Liederbüchern verbannt wurde.

Nach Kriegsende gewann es mehr und mehr an Popularität, wurde 1953 in der Mundorgel veröffentlicht und seitdem von einigen bekannten Interpreten wie Heino in die öffentliche Erinnerung zurückgeholt.

Carolin Eberhardt

1. Wir sind durch Deutschland gefahren,

vom Meer bis zum Alpenschnee,

wir haben noch Wind in den Haaren,

den Wind von den Bergen und Seen.


2. In den Ohren das Brausen der Ströme,

der Wälder raunender Sang,

das Geläut von den Glocken der Dome,

der Felder Lerchengesang.


3. In den Augen das Leuchten der Sterne,

das Flimmern der Heidsonnenglut.

Und tief in der Seele das Ferne,

das Sehnen, das nimmermehr ruht.


4. Und du, Kamerad, mir zur Seite,

so fahren wir durch das Land,

wir fahren die Läng und die Breite

durch Regen und Sonnenbrand.


5. Wir sind durch Deutschland gefahren

Vom Meer bis zum Alpenschnee,

Wir werden noch weiter fahren

Um neue Lande zu sehn.

Melodie anhören

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Vorschaubild - Schneefernerkopf (vom Fernpass aus) Von Herbert Rieger - Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0, https://commons.wikimedia.org/w/index.php?curid=17...

Noten gesetzt von Carolin Eberhardt

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