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London kommt!

Pückler und Fontane in England

Klaus-Werner Haupt

Hardcover, 140 Seiten, 2019

Im Herbst 1826 reist Hermann Fürst von Pückler-Muskau erneut auf die Britischen Inseln, denn er ist auf der Suche nach einer vermögenden Braut. Aus der Glücksjagd wird eine Parkjagd, in deren Folge die Landschaftsgärten von Muskau und Branitz entstehen. Auch die Bewunderung für die feine englische Gesellschaft wird den Fürsten zeitlebens begleiten.

Theodor Fontane kommt zunächst als Tourist nach London, 1852 als freischaffender Feuilletonist, 1855 im Auftrag der preußischen Regierung. Seine journalistische Tätigkeit ist weitgehend unbekannt, doch sie bietet ein weites Feld für seine späteren Romane.

Die vorliegende Studie verbindet auf kurzweilige Art Biografisches mit Zeitgeschehen. Die Erlebnisse der beiden Protagonisten sind von überraschender Aktualität.

Hoch auf dem gelben Wagen

Hoch auf dem gelben Wagen

Rudolf Baumbach

Es ist einer der bekanntesten Liedtexte des in Kranichfeld in Thüringen geborenen Dichters Rudolf Baumbach (1840-1905). Das Lied ist Ausdruck eines unruhigen und getriebenen Geistes, eines Menschen, der ständig unterwegs ist und immer wieder neue Ziele ansteuert, so wie dies auch im Leben Rudolf Baumbachs der Fall war.

Das Lied ist vor allem in Chören und Wandervereinen sehr beliebt. Zu seiner großen Popularität hat auch der ehemalige deutsche Außenminister und Bundespräsident Walter Scheel (geb. 1919) beigetragen. Er trat 1973, während seiner Zeit als Außenminister, für die Aktion Sorgenkind mit dem Lied an die Öffentlichkeit, was damals für einen seriösen Politiker ungewöhnlich war. Die Schallplatte wurde schon bis zum Frühjahr 1974 über 300.000 Mal verkauft. Ein französischer Radiosender kommentierte den Gesang mit den Worten „Pas mal", und das heißt übersetzt: „Nicht schlecht".

Florian Russi

 

Hoch auf dem gelben Wagen
Sitz' ich bei'm Schwager vorn.
Vorwärts die Rosse jagen,
Lustig schmettert das Horn.
Felder und Wiesen und Auen,
Leuchtendes Ährengold. -
Möchte wohl gerne noch schauen
Aber der Wagen, der rollt.

Flöten hör' ich und Geigen,
Kräftiges Baßgebrumm;
Lustiges Volk im Reigen
Tanzt um die Linde herum,
Wirbelt wie Laub im Winde,
Jubelt und lacht und tollt. -
Bliebe so gern' bei der Linde,
Aber der Wagen, der rollt.

Postillon an der Schenke
Füttert die Rosse im Flug;
Schäumendes Gerstengetränke
Bringt uns der Wirth im Krug.
Hinter den Fensterscheiben
Lacht ein Gesichtchen hold. -
Möchte so gern noch bleiben,
Aber der Wagen, der rollt.

Sitzt einmal ein Gerippe
Hoch auf dem Wagen vorn,
Trägt statt Peitsche die Hippe,
Stundenglas statt Horn -
Ruf' ich: „Ade ihr Lieben,
Die ihr noch bleiben wollt;
Gern wär' ich selbst noch geblieben,
Aber der Wagen, der rollt.


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Melodie: Heinz Höhne

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Vorschaubild "Postkutsche": Urheber; Roland Zumbühl, Arlesheim, CC BY-SA 3.0, gefunden bei Wikimedia Commons

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