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Roland Opitz
Kennst du Fjodor Dostojewski?

Das Leben Dostojewskis glich einer Achterbahnfahrt: stetig pendelnd zwischen Verehrung und Verachtung, zwischen Erfolg, Spielsucht und Geldnot. Mit 28 Jahren wurde er wegen revolutionärer Gedanken des Hochverrats angeklagt und zum Tode verurteilt, landet dann aber im sibirischen Arbeitslager.
Er gilt als Psychologe unter den Schriftstellern, derjenige der hinab schauen kann in die Abgründe der menschlichen Seele. Diese Biografie ist gespickt mit Auszügen aus seinen Meisterwerken sowie mit einigen seiner Briefe, die einen offenherzigen Menschen zeigen.

Ritt im Mondschein

Ritt im Mondschein

Achim von Arnim

Dieses Gedicht schrieb Achim von Arnim im Jahr 1820 in einem Brief an seine Frau Bettina. Die beiden waren wie so oft voneinander getrennt, doch mit ihren Herzen sind sie eng verbunden. Der Autor reitet durch die Nacht, sein Blick ist auf die „liebe Ferne“ gerichtet.

Statt der Geliebten ist der Mond in roter Glut zur Stelle. Der Mond war in der Romantik ein sehr beliebtes Naturbild. Ritter und Mond scheuen voreinander. Beide geben sich selbstbewusst. Anders als ein Liebespaar bleiben sie aber einander fremd.

Florian Russi

Herz zum Herzen ist nicht weit
Unter lichten Sternen,
Und das Aug´, von Tau geweiht,
Blickt zu lieben Fernen;
Unterm Hufschlag klingt die Welt,
Und die Himmel schweigen,
Zwischen beiden mir gesellt
Will der Mond sich zeigen.

Zeigt sich heut in roter Glut
An dem Erdenrande,
Gleich als ob mit heißem Blut
Er auf Erden lande,
Doch nun flieht er scheu empor,
Glänzt in reinem Lichte,
Und ich scheue mich auch vor
Seinem Angesichte.
Bettina und Achim von Arnim im Mondschein
Bettina und Achim von Arnim im Mondschein

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Bildquellen:

Vorschaubild, Mondschein von Claudia Grabalowski

Achim und Bettina von Arnim im Mondschein, Bild von Claudia Grabalowski - erstellt von Andreas Werner