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Familie Stauffenberg: Hitlers Rache

Ursula Brekle

Nina Schenk Gräfin von Stauffenberg war als Ehefrau von Claus Schenk Graf von Stauffenberg, der Schlüsselfigur im Widerstand gegen Hitler, von Anfang an in die Widerstandspläne ihres Mannes einbezogen. Sie bewies Mut und Stärke, obwohl sie nach der Ermordung ihres Mannes im Gefängnis und im KZ leben musste. Auch durch den Verlust von Angehö-rigen durchlebte sie eine leidvolle Zeit. Nach dem Attentat auf Hitler am 20. Juli 1944 drohte Himmler:
„Die Familie Stauffenberg wird ausgelöscht bis ins letzte Glied.“
Vor Ihnen liegt die spannungsreiche Geschichte, die beweist, dass es Himmler nicht gelungen ist, die Drohung wahrzumachen. Die jüngste Tochter von fünf Geschwistern Konstanze wurde noch während der mütterlichen Haft geboren. Sie berichtete vom 90. Geburtstag ihrer Mutter Nina, auf dem über 40 Nachkommen zusammengekommen waren. Die Nationalsozialisten haben trotz Hinrichtungen und perfider Sippenhaft nicht gewonnen.

Osterspaziergang

Osterspaziergang

Andreas Schneider

Historisches zum Ursprung des Osterfestes

Es ist vielfach üblich geworden, zu Ostern in der freien Natur, im Grünen spazieren zu gehen. Den Ursprung für den Osterspaziergang ins Grüne sieht man in den früher üblichen Praktiken der Flurbegehungen. In der deutschen Literatur wurde der Osterspaziergang besonders einprägsam durch Johann Wolfgang von Goethe gestaltet - in dem berühmten Monolog Fausts in der Szene „Vor dem Tor" in seinem Hauptwerk, der Tragödie „Faust", im 1808 veröffentlichten 1. Teil.

Wer kennt sie nicht mehr, die Verse, seit er sie in der Schule auswendig lernen musste: „Vom Eise befreit sind Strom und Bäche / durch des Frühlings holden, belebenden Blick [...]". Die Literaturwissenschaftler haben herausgefunden, dass sich die in den Versen zu findenden Landschaftsbeschreibungen auf Frankfurt am Main und Umgebung und nicht auf Weimar beziehen; Goethe soll sie aus seiner Erinnerung heraus geschildert haben. Die Szene (Verse 903?940) ist vermutlich um 1800 entstanden; sie fehlt im »Urfaust« (1772?75) und ebenso in »Faust. Ein Fragment« (1790).

Die ältere, vor allem im 19. Jahrhundert ausgebildete Ansicht, in diesen Bräuchen würden vorchristliche und magische Motive weiterleben, gilt inzwischen als überholt. In der Neuzeit finden sich keine reinen Kulturphänomene heidnischen, also vorchristlichen Ursprungs mehr; spätestens im Mittelalter wurden sie von den nun Kultur gestaltenden Kräften, Kirche und Gesellschaft, mit eigenen Sinnbezug verändert und überformt. Das beginnt schon beim Namen „Ostern". Jakob Grimm brachte ihn in Verbindung mit einer angeblich heidnisch-germanischen Frühlingsgöttin Ostara und einem nach ihr benannten Frühlingsfest.

Ihre Existenz wird inzwischen von der Forschung allgemein verworfen und die Herausbildung der Osterbräuche stärker im Zusammenhang mit der Geschichte der christlichen Osterfeier erklärt. Seinen historischen Ursprung hat es im jüdischen Passahfest zur Erinnerung an den Auszug der Israeliten aus Ägypten, auf das auch das christliche Abendmahl zurückgeht. Das Passahfest wurde nun christlich umgedeutet.

Das vollzog sich schon im frühen Christentum. Denn ab Mitte des 2. Jahrhunderts wurden Karfreitag und Ostern in ihrer ursprünglichen Form als jährliches Fest der Christen ausgestaltet - als Fest zum Gedächtnis an Tod und Auferstehung Christi, wichtiger als Weihnachten, das als das Fest der Geburt Christi erst seit etwa dem 8. Jahrhundert gefeiert wird sowie im Verlauf der Jahrhunderte und vor allem im 19. Jahrhundert als Fest der Familie so viel mehr und vielfältigere Brauchformen ausgebildet hat. Man denke nur an die vielen auch weltlichen Weihnachtslieder, die es so für Ostern nicht gibt. Seit dem Ausgang des Mittelalters bildeten sich dazu die Brauchformen der Karwoche aus. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts gingen viele von ihnen verloren.

 

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- Vorschaubild: Paul Konewka: Der Osterspaziergang aus Goethes „Faust" (Ausschnitt.) Quelle: wikimedia commons - (bearb./coloriert)

- Vor dem Tor, Osterspaziergang. Illustrationen zu Goethes Faust I von Franz-Xaver Simm. Quelle wikimedia commons