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Arno Pielenz
Kennst du Heinrich von Kleist?

"... mein Leben, das allerqualvollste, das ein Mensch je geführt hat." So schrieb Heinrich von Kleist an eine seinem Herzen nahe stehende Verwandte wenige Stunden, bevor er sich mit seiner Todesgefährtin am Wannsee erschoss.

Die Eichel und der Kürbis

Die Eichel und der Kürbis

Jean de La Fontaine

Ein Bauer erntete einen Kürbis und sagte: „Was hat sich der Herrgott nur dabei gedacht, eine so schwere Frucht an einem so schwachen Stil wachsen zu lassen. Er hätte vorher mich fragen sollen. Die Eiche mit ihren kräftigen Ästen wäre viel besser geeignet, Kürbisse zu tragen. Stattdessen wachsen an ihr nur die kümmerlichen Eicheln, nicht einmal so groß wie einer meiner Finger." So haderte er mit dem Schöpfergott und dabei fiel ihm noch vieles andere ein, das dieser anders und besser hätte machen können. Über all diesen Gedanken wurde der Bauer müde und unter der Eiche, die er zuvor beobachtet hatte, vom Schlaf überfallen. Doch plötzlich erwachte er. Eine Eichel war vom Baum herabgefallen und hatte ihn an seiner Nase getroffen. Die fing sofort an zu bluten. Als der Bauer mit einem Tuch das Blut abtupfte kam ihm der Gedanke, dass es doch besser ist, wenn die Kürbisse an leichten Stengeln auf dem Boden und nicht an den Ästen der Eichel wachsen. „Wenn mich statt der Eichel ein Kürbis im Gesicht getroffen hätte, wäre es mir wohl erheblich schlechter ergangen", sagte er nun zu sich selbst und lobte Gott für seinen Schöpfergeist.

Fazit: Bevor man die Natur verändern will, sollte man gründlich über die Folgen nachdenken.

nacherzählt von Florian Russi

  

    

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Teaserfoto: pixabay, aus zwei Bildern zusammengefügt und neu bearbeitet von Kati Spantig, Urheber beider Bilder: OpenClipartVectors (gemeinfrei, kein Bildnachweis nötig)