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Der Bronstein-Defekt

und andere Geschichten 

Christoph Werner

"Ich stellte bald an mir selbst die Verführung durch Zählen und Auswerten fest und empfand die Wonne, Gesetzmäßigkeiten bei gewissen Massenerscheinungen festzustellen. Nichts war vor mir sicher. Als erstes machte ich mich über die Friedhöfe her..."

Der Fuchs und die Truthähne

Der Fuchs und die Truthähne

Jean de La Fontaine

Auf einer Farm lebten mehrere Truthähne. Dort ging es ihnen gut, doch ständig waren sie in Angst vor dem Fuchs, der ab und zu durch das Gelände schlich. Um sich vor ihm zu schützen, bewegten sie sich so wenig wie möglich auf dem Erdboden und setzten sich stattdessen auf die Äste eine großen Baumes, der mitten auf dem Hof stand.

Als der Fuchs wieder einmal vorbeikam, stellte er enttäuscht fest, dass die Puten für ihn unerreichbar waren. Er versuchte, sie davon zu überzeugen, dass es viel angenehmer sei, sich auf dem Erdboden aufzuhalten, doch die Truthähne blieben auf ihren Ästen sitzen.
 
Da tat der Fuchs so, als ob er auf den Baum klettern wolle. Dazu wedelte er eifrig mit dem Schwanz, wackelte mit dem Kopf, schüttelte sein Fell und schlug etliche Kapriolen. Ängstlich und neugierig beobachteten ihn die Truthähne und verfolgten sehr genau jede seiner Bewegungen. Der Fuchs wollte gar nicht mehr aufhören mit seinen Mätzchen. Da fielen den Truthähnen immer mehr die Augen zu. Sie wurden müde und müder und schliefen einer nach dem anderen ein. Im Schlaf achteten sie nicht mehr darauf, sich an den Ästen festzukrallen. So kam es, dass sie nacheinander zu Boden fielen.
 
Dort wartete der Fuchs schon auf sie. Die beiden ersten fraß er auf der Stelle. Mit den anderen legte er sich einen üppigen Vorrat an.
 
Fazit: Übertriebene Angst kann leicht zu großem Schaden führen.

 

   

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Teaserfoto: pixabay, aus drei Bildern zusammengefügt und neu bearbeitet von Kati Spantig, Urheber aller Bilder: ClkerFreeVectorImages (gemeinfrei, kein Bildnachweis nötig)