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Friedrich W. Kantzenbach

Erfundenes Glück

Der Autor beschäftigt sich auf lyrischem Weg mit den essentiellen Dingen des Lebens. Er reflektiert seine reichen literarischen Begegnungen und verarbeitet Reiseerlebnisse und persönliche Bekanntschaften mit Menschen, die ihn beeindruckten. Zunehmend durchdringen die Themen Krankheit, Tod und Vergänglichkeit seine Texte.

 

Die Hündin und ihre Freundin

Die Hündin und ihre Freundin

Jean de La Fontaine

Eine Hündin lebte sorglos und zufrieden in ihrer stattlichen Hütte. Da kam eines Tages ihre Freundin zu ihr und klagte: „Ich werde demnächst Junge bekommen und besitze nichts, womit ich sie schützen könnte. Sei du so gut und stell mir deine Hütte zur Verfügung, damit ich in Ruhe und Sicherheit meine Kinder gebären kann. Sobald dies geschehen ist, werde ich die Hütte räumen, so dass du wieder allein darin wohnen kannst."


Unserer Hündin tat ihre Freundin leid und deshalb ging sie auf deren Wunsch ein. Kurze Zeit darauf kam die Freundin nieder und brachte mehrere Junge zur Welt. Als die Hündin sie nun bat, ihre Hütte wieder zu verlassen, jammerte die Freundin: „Sieh, wie klein und hilflos meine Welpen sind. Hab ein Herz und erlaube mir, noch hier zu bleiben, bis sie größer und selbstständiger geworden sind." Wieder hatte die Hündin Mitleid und willigte ein. Als sie einige Zeit später wieder zu ihrer Hütte kam, wurde sie von einer ganzen Hundemeute angeknurrt. Die Jungen waren inzwischen groß und stark geworden und zusammen mit ihrer Mutter vertrieben sie die rechtmäßige Besitzerin von ihrer Hütte.

 


Fazit:

1. Edelmut und Herzensgüte werden oft ausgenutzt und missbraucht.

2. Man sollte nie davon ausgehen, dass derjenige, dem man etwas Gutes tut, dies in gleicher Weise
    erwidert.

3. Nehme nie jemanden zur Freundin, die keine eigne Bleibe hat und sich trotzdem mit Männern
    einlässt.  

 

  

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Teaserfoto: pixabay, aus zwei Bildern zusammengefügt und neu bearbeitet von Kati Spantig, Urheber beider Bilder: ClkerFreeVectorImages (gemeinfrei, kein Bildnachweis nötig)