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Christoph Werner

Schloss am Strom
Roman


Schinkel kämpft in seinen Fieberträumen um die Vollendung seines Bildes "Schloss am Strom". Er durchlebt auf seinem Krankenbett noch einmal sein erfülltes und von krankmachendem Pflichtgefühl gezeichnetes Leben und die Tragik des Architekten und Künstlers, der sich zum Diener des Königs machen ließ

Dort Saaleck, hier die Rudelsburg

Dort Saaleck, hier die Rudelsburg

Hermann Allmers

Studentische Burgenromantik

Wer zwischen Jena und Halle mit der Bahn entlang des Saale-Flusses fährt, dem fällt die auf einer Anhöhe oberhalb von Saaleck, einem heutigen Ortsteil von Bad Kösen in Sachsen-Anhalt, die Rudelsburg ins Auge. Sie wurde 1171 erstmals urkundlich erwähnt, stand einige Zeit im Besitz der Naumburger Bischöfe und hatte die Aufgabe, die vorbeiziehende Handelsstraße, genannt via regia (Königsstraße), zu bewachen.

Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Burg zerstört, anschließend nicht mehr genutzt und dem Verfall preisgegeben.

Im Zuge der im 19. Jahrhundert weit verbreiteten Burgenromantik geriet sie in den Blickpunkt von Studenten aus Halle, Leipzig, Jena und anderen Universitätsstädten. Sie wurde zum Versammlungs- und Tagungsort von Corps (Kösener Seniorenconvent) und weiteren Studentengruppen. Im Jahre 1826 schrieb dort der aus Stettin stammende Berliner Student Franz Kugler das bis heute populäre Lied „An der Saale hellem Strande".

Auch die „Rudelsburg", 1863 von dem aus Rechtenfleth bei Bremen stammenden Hermann Allmers gedichtet und komponiert, erfreut sich bis heute großer Beliebtheit. Sie symbolisiert Geschichtsträchtigkeit, Vaterlands-, Naturliebe und Selbstbewusstsein, so wie sie im 19. Jahrhundert vor allem vom Bürgertum geschätzt und gepflegt wurden.

Florian Russi

 

1. Strophe
Dort Saaleck, hier die Rudelsburg,
und unten tief im Tale
da rauschet zwischen Felsen durch
die alte liebe Saale;
und Berge hier und Berge dort
zur Rechten und zur Linken -
|: die Rudelsburg, das ist ein Ort
zum Schwärmen und zum Trinken. :|

2. Strophe

Das wissen die Studenten auch
in Jena und in Halle
und trinken dort nach altem Brauch
im Hof und auf dem Walle.
Umringt von moosigem Gestein,
wie klingen da die Lieder!
|: Die Saale rauscht so freudig drein,
die Berge hallen wider. :|

3. Strophe
O Vaterland, wie bist du schön
mit deinen Saatenfeldern,
mit deinen Tälern, deinen Höhn
und all den stolzen Wäldern!
O Vaterland, drum wollen wir
Dir unsre Lieder singen,
|: zu deinem Preise sollen hier
laut Herz und Becher klingen. :|

4. Strophe
Wie tönet das ins Tal hinein
vom Felsen hoch hernieder,
- die Saale rauscht so freudig drein,
die Berge hallen wider;
und Berge hier und Berge dort
zur Rechten und zur Linken -
|: die Rudelsburg, das ist ein Ort
zum Schwärmen und zum Trinken. :|

5. Strophe
Was brauchen wir die Rudelsburg?
Was brauchen wir die Saale?
Wir haben doch den Greifenstein
Im schönen Schwarzatale;
und Berge hier und Berge dort
zur Rechten und zur Linken;
|: Der Greifenstein, das ist ein Ort
zum Schwärmen und zum Trinken. :|

Melodie anhören

Noten gesetzt von Oliver Räumelt - freischaffender Musiker aus Weimar

Bildquelle: wikipedia; Rudelsburg - Urheber: Dramburg - gemeinfrei