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Paulus Luther

Sein Leben von ihm selbst aufgeschrieben. Ein wahrhaftiger Roman

Christoph Werner

Ein lesenswerter und informativer historischer Roman, der das Leben Paul Luthers - jüngster Sohn Martin Luthers und seines Zeichens fürstlicher Leibarzt und Alchimist - erzählt.

Paulus Luther

Der jüngste und berühmteste Sohn des Reformators

Paulus oder Paul Luther (1533 - 1593) war der jüngste und auch berühmteste Sohn des Reformators. Auf Wunsch seines Vaters und auf Zuraten von Philipp Melanchthon studierte er Medizin in Wittenberg und war schon in jüngeren Jahren Leibarzt an verschiedenen Fürstenhöfen, darunter in Gotha, Weimar, Berlin und Dresden. Außerdem war er Pharmazeut und versuchte sich als Goldmacher.

Lesen Sie den Anfang des dritten Kapitels des Buches von Christoph Werner, „Paulus Luther, sein Leben von ihm selbst aufgeschrieben", das im Bertuch-Verlag Weimar erschienen ist.

Kapitel Nummer 3

über die Heimbringung des Vaters und wie wir die Mutter antrafen und auch, wie es zur Ehe meiner Eltern kam.

Es versteht sich, daß ich damals die Erschütterung, die des Vaters Tod in Sachsen, dem Reich und in ganz Europa hervorrief, nicht ermessen konnte. Aber ich fühlte doch, vor allem angesichts des Betriebes und der Unruhe, die in Eisleben gleich nach seinem Dahinscheiden begann, daß etwas das Reich und Europa Erschütterndes geschehen war. Der altböse Feind war sich dessen nicht unbewußt und machte sich gleich daran, die Mär zu verbreiten, Dr. Martinus Luther habe sich aus Verzweiflung selbst das Leben genommen. Diese Legende hielt sich z&aumauml;h, und ihr wird auch jetzt noch von Altgläubigen angehangen.

Für uns andere aber wurde es wichtig, alles, was um den Tod des Vaters herum geschehen war, zu documentieren und im Gedächtnis zu bewahren, galt es doch, sein Lebenswerk vor dem Antichrist zu schützen und trotz des Todes des Hauptkämpfers die protestantische Sache zu sichern und sogar zu erhöhen und dem neuen Christentum letztendlich zum Sieg zu verhelfen. Erst später wurde mir deutlich, daß alles damals Geschehene, das Sterbeprotokoll (das gleich im März A. D. 1546 von den Herren Jonas, Coelius und Aurifaber im Auftrag unseres gnädigsten Herrn Kurfürsten an die christliche Öffentlichkeit gegeben wurde), die Totenmaske, die Aufbahrung, die diversen Predigten auf den Stationen der Heimbringung nach Wittenberg sowie diese selbst und vieles andere noch dem oben genannten Zwecke diente.

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Bildquelle: Luther, Paul (1533 - 1593), Mentzel, Gemeinfrei