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Erscheint im März 2015

Paulus Luther

Sein Leben von ihm selbst aufgeschrieben. Ein wahrhaftiger Roman

Christoph Werner

Ein lesenswerter und informativer historischer Roman, der das Leben Paul Luthers - jüngster Sohn Martin Luthers und seines Zeichens fürstlicher Leibarzt und Alchimist - erzählt.

Buchbeschreibung  Paulus Luther

Buchbeschreibung Paulus Luther

Sandra Rudolph

Sein Leben von ihm selbst aufgeschrieben.

Ein spannender und interessanter Roman, der das Leben Paul Luthers, jüngster Sohn Martin Luthers und seines Zeichens fürstlicher Leibarzt und Alchimist, erzäauml;hlt.

Den Rahmen des Romans bildet das Leben des Arztes und Goldmachers Paulus Luther, der einerseits die Ansichten und Lebensweisen seines Vaters mit skeptischem Blick betrachtet, ohne dabei ein Urteil über ihn zu fällen. Und der andererseits aber auch sein eigenes Leben aus seiner Sicht der Dinge beschreibt. 

Zwar kann der kritische Blick Pauls auf seinen Vater vom Autor historisch nicht belegt werden, doch bilden sie für den Roman eine erzählerische Möglichkeit, die durch die glaubhafte Charakterisierung Pauls noch hervorgehoben wird. Dadurch, dass auch der Autor sich davor hütet, in dem Buch kritisch Stellung zu Luthers Denkweisen und Standpunkten einzunehmen, bleibt es dem Leser selbst überlassen, ein Urteil zu fällen.

Paulus Luther
Paulus Luther

Der Roman bedient sich einer älteren Rechtschreibung und Ausdrucksweise, die dem Roman allerdings eine augenscheinliche Glaubwürdigkeit verleihen, den Leser in eine andere Zeit versetzten und zudem einen guten Eindruck vom Stand der deutschen Sprache zu Zeiten der Reformation vermitteln. Besonders wirkungsvoll sind solche historischen Zeitdokumente wie Briefe und andere Schriftstücke, im Deutsch des 16. Jahrhunderts verfasst, die der Autor gekonnt an den richtigen Stellen in den Roman eingebaut hat.

Der Roman ist von sehr hohem Niveau und vor allem für sachkundige und an der Thematik und dem Zeitalter interessierte Leser bestens geeignet. Aus der Sicht des Sohnes Paul wird das Leben zurzeit der Reformation, das Leben an deutschen Höfen und auch das Leben der Familie Luther auf eindrucksvolle Weise dargestellt.

Das Buch kommt mit seinen 29 Kapiteln auf 380 Seiten, alle Kapitel sind in sich geschlossen und verweisen den Leser auf die jeweilige Phase im Leben Paul Luthers. Doch auch die Geschichte von Pauls Eltern, Martin Luther und Katharina von Bora, kann der Leser hier nachverfolgen. 

Dr. Christoph Werner
Dr. Christoph Werner

Angefangen von der Ehe der Eltern, beschreibt Paul seine ersten Erinnerungen, wie er Dürre- und Pestperioden erlebte und erzählen hörte, wie er den Hexenglauben und die Zauberei wahrnahm. Er spricht über den Tod des Vaters und der Mutter, über die Geburt und den frühen Tod seines ersten Sohnes, er erzählt, wie er nach Jena und Weimar kam, was er in Weimar erlebte, weiterhin wie er nach Berlin und dann nach Dresden kam. Zum Ende hin spricht er über die Herstellung von Gold, und schließlich, wie er nach Leipzig zieht.

Den Roman würde ich als wahrhaftig ansehen, denn er beschreibt das wahre Leben der Familie Luther, insbesondere das Paul Luthers. Des Weiteren erzählt der Roman das Leben in Deutschland während der Reformation mit all seinen geschichtlichen Fakten und es ist zudem eine fiktive Erzählung, die alle Eigenschaften einer erfundenen Geschichte beinhaltet. Interessant ist dabei die Tatsache, dass der Protagonist bei einem Roman über Luther nicht der Reformator selbst ist, wie man es erwarten würde, sondern sein Sohn. Damit erweckt das Buch einen gänzlich anderen Anschein und hebt sich somit von der restlichen Luther-Lektüre ab.

Ich fand das Buch sehr spannend und mitunter habe ich bei einigen Passagen geschmunzelt, doch ich empfand das Buch durch die ältere Rechtschreibung und das historische Deutsch auch sehr anspruchsvoll. 

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Vorschaubild, Buchcover Paulus Luther, Bertuch Verlag Weimar

Paulus Luther, gemeinfrei

Foto: Christoph Werner