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Gefangen im Netz der Dunkelmänner

Berndt Seite, Annemarie Seite und Sibylle Seite

Berndt Seite und seine Familie möchten sich die »Stasi« von der Seele schreiben, um nicht ein Leben lang mit der DDR-Diktatur konfrontiert zu bleiben. Der Text soll einen Beitrag zur Aufarbeitung der SED-Diktatur leisten. 

Valentinstag

Tag der Liebenden

Der 14. Februar wird in vielen Ländern als Valentinstag gefeiert. Er gilt als Tag der Liebenden und Verliebten und ist Anlass für kleine Geschenke und Liebesbezeugungen. Weil vor allem Blumen und Süßigkeiten geschenkt werden, ist der Verdacht aufgekommen, Blumenhändler und die Süßwarenindustrie hätten diesen Tag kreiert oder zumindest gepuscht. Doch handelt es sich um ein traditionelles Fest, das schon seit hunderten von Jahren gefeiert wird. Ist uns nicht jeder Anlass willkommen, uns unserer Liebe zu erfreuen?

Erstaunlich ist, dass der Brauch des Valentinstags seinen Ausgang von den britischen Inseln genommen hat. Von dort aus hat er sich in Amerika und in der angelsächsischen Welt verbreitet. Nach dem 2. Weltkrieg fand er - eingeführt wahrscheinlich von britischen und amerikanischen Soldaten - auch in Deutschland zunehmend Freunde. Valentin, der Heilige oder Charismatiker, auf den sich der Tag bezieht, ist nicht sicher zu lokalisieren. Sicherlich aber war er kein Brite.

Am ehesten ist anzunehmen, dass das Fest auf den christlichen Bischof Valentin von Terni zurückgeht. Er soll am 14. Februar 269 auf Befehl des römischen Kaisers Claudius II. enthauptet worden sein, weil er sich weigerte, dem Christentum abzuschwören und die Gottheit des Kaisers anzuerkennen. Etwa 100 Jahre nach seinem Tod soll er als Glaubenszeuge und Märtyrer der christlichen Kirche heiliggesprochen worden sein. Im Jahr 469 führte Papst Gelasius I. die Feier seines Namenstags ein und legte ihn auf den 14. Februar, Valentins Todestag, fest. Doch im Jahr 1969 überraschte der amtierende Papst Paul VI. die Öffentlichkeit, indem er eine Reihe von in der Kirche verehrten Heiligen, so auch die Heiligen Nikolaus und Valentin aus dem offiziellen Heiligenkalender der römisch-katholischen Kirche streichen ließ. Grund dafür war, dass deren reale Existenz nicht ausreichend erfasst ist und ihre Verehrung auf Legenden beruht.

Weder das Nikolausfest noch der Valentinstag haben daraus Schaden genommen. Beide Heilige waren längst zum Mythos geworden und werden als Vorbilder für Tugenden und Menschenliebe verehrt.

Von manchen wird allerdings auch bestritten, dass es Valentin von Terni war, der die Feier des Valentinstags ausgelöst hat. Es gab nämlich noch einen weiteren Valentin, der im Jahr 304 ebenfalls den Märtyrertod erlitt und Bischof von Viterbo, einer Stadt in Mittelitalien, gewesen ist. Auch er wird als Heiliger verehrt. Sein Gedenktag ist allerdings der 3. November.

Bei meinen Recherchen stieß ich auch auf eine Überlieferung, nach welcher ein Mönch namens Valentin vorbeikommenden Liebenden über die Mauern seines Klosters Blumen überreicht haben soll. So entstand die neue Sage "St. Valentin und die Liebenden", eine Geschichte, die so oder so ähnlich vor vielen Jahren stattgefunden hat.

 

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Bilder: Rita Dadder