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Florian Russi:

Alids Traum

12 Einhorngeschichten

Mit diesen Geschichten entführt Florian Russi in die Welt der Einhörner und der Götter, Menschen und Tiere, denen sie begegnen.

Auch als E-Book erhältlich 

Joseph Victor von Scheffel

Joseph Victor von Scheffel

Florian Russi

Exponent der wilhelminischen Zeit

  

   

„Der Ort, wo Tage strebsamer Jugend verlebt wurden, wirkt wie Magnetstein aufs Herz". Mit diesem Zitat aus dem Roman Ekkehard und den Liedern „Alt-Heidelberg, du feine", „Wohlauf, die Luft geht frisch und rein", sowie „Als die Römer frech geworden" hat sich Joseph Victor von Scheffel vielen vor allem als Dichter und Schriftsteller der akademischen Jugend sowie des gebildeten Bürgertums eingeprägt. Gestützt wird dieser Eindruck noch durch den renommierten „Scheffelpreis", der jedes Jahr in drei südwestdeutschen Bundesländern an die Verfasser der besten Abituraufsätze vergeben wird.
Scheffel, der am 16. Februar 1826 in Karlsruhe geboren wurde, war der Lieblingsautor Otto von Bismarcks und der meist gelesenste Schriftsteller seiner Zeit. Sein Roman „Ekkehard", der 1857 erstmals erschien und die Lebensgeschichte eines St. Gallener Mönchs aus dem 10. Jahrhundert beschreibt, erreichte zu Lebzeiten Scheffels 90 Auflagen. Die Versnovelle „Der Trompeter von Säckingen", 1854 in Stuttgart erschienen, geriet zum Bestseller und viele Passagen daraus wurden im Bildungsbürgertum häufig zitiert. Der Refrain „Behüt' dich Gott, es wär zu schön gewesen, behüt' dich Gott, es hat nicht sollen sein" ist auch mehr als 150 Jahre nach seiner ersten Publizierung vielen Menschen präsent.

Scheffel entstammte einer wohlhabenden Familie. Sein Vater war badischer Oberbaurat. Der Sohn konnte es sich leisten, ein unabhängiges Leben zu führen und den für ihn geeigneten Beruf frei zu wählen. Er studierte Jura in München, Heidelberg und Berlin, belegte zusätzlich Vorlesungen in Philologie und Literatur. 1849 promovierte er in Heidelberg zum Dr. jur.. Im Jahr 1848 hatte er ohne Gehalt bei dem Paulskirchen-Abgeordneten Carl Theodor Welcker assistiert und Hoffnungen in ein bürgerlich-demokratisches Deutschland gesetzt. Dass die Paulskirchenbewegung scheiterte und das Deutsche Reich eine konservativ-autoritäre und zugleich industriebestimmte Entwicklung nahm, gehörte zu den großen Enttäuschungen seines Lebens. Dies hinderte ihn jedoch nicht daran, in die Dienste des Großherzogs von Baden zu treten. Er arbeitete als Rechtspraktikant in Säckingen und im Sekretariat des Hofgerichts in Bruchsal. 1876 wurde er vom badischen Großherzog sogar geadelt. Der Adelstitel hatte allerdings nur regionale Bedeutung und war nicht erblich. Einen vollen Adelstitel konnte nach damaligem Recht nur der Kaiser verleihen. 1852 war Scheffel nach Rom gezogen, um seine Talente als Maler zu testen. Bald stellte er jedoch fest, dass seine Hauptbegabung im Schriftstellerischen lag. Er kehrte zurück und ließ sich 1859 wieder in Karlsruhe nieder.
Im Jahr 1864 heiratete er die bayrische Diplomatentochter Caroline Freiin von Malsen. Die Ehe war nicht glücklich. Als 1867 der Sohn Victor zur Welt kam, lebte das Paar schon wieder getrennt. 1869 entführte Scheffel seinen Sohn von einem Spielplatz in München und behielt ihn von da an in seiner Obhut. Die letzten Jahre seines Lebens litt er an einer Gehirnerkrankung und verbrachte die meiste Zeit auf seinem Landgut bei Radolfzell. Auf seinem Sterbelager kam es zur Versöhnung mit seiner Ehefrau.
 
Scheffel gilt heute als Exponent des deutschen Nationalgefühls in der wilhelminischen Zeit. Wie die meisten damaligen Autoren war er national gesinnt und diese Gesinnung grenzte gelegentlich auch an Überheblichkeit. Dies wird unter anderem in seinen Gedichten „Als die Römer frech geworden" sowie in „Römisch Recht, gedenk ich deiner" deutlich. Ertragen lässt sich dies aber heute noch durch die mit viel Humor und Hintersinn ausgezeichnete eingängige und frische Sprache des Autors.
Gestorben ist Scheffel am 09. April 1886 in Karlsruhe, wo er auf dem dortigen Hauptfriedhof beerdigt wurde.

  

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Teaserfoto: wikipedia, Joseph Victor von Scheffel, Zeichnung von A. von Werner 1867 - gemeinfrei