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Florian Russi

Im Zeichen der Trauer
Tröstungen für Hinterbliebene

Dieses Büchlein will denjenigen helfen, die durch den Verlust eines geliebten Menschen in Trauer, Schmerz und seelische Not geraten sind. 

Es ist ein Ros' entsprungen

Es ist ein Ros' entsprungen

- aus einer Wurzel zart.

Dass auch Lieder eine lange Geschichte haben können zeigt die Historie des geistlichen Weihnachtsliedes „Es ist ein Ros entsprungen". Ursprünglich umfasste das aus dem 16. Jahrhundert stammende Liedchen nur die heute noch geläufigen ersten beiden Strophen. Da die erste uns bekannte Druckausgabe von 1599 allerdings 20 weitere, poetisch weniger anspruchsvolle Strophen beinhaltet, vermutet man nachträgliches Hinzufügen eben jener um ein geistliches Erzähllied zu schaffen. Bevor 1609 der Komponist und Organist Michael Praetorius zur Melodie einen vierstimmigen Liedsatz schrieb, war das Lied vorwiegend in katholischen Kreisen bekannt. Eine weitere Fassung des Textes entstand im 17. Jahrhundert. Sie wurde von Clemens Brentano und Achim von Arnim 1808 in „Des Knaben Wunderhorn" veröffentlicht.

Die Strophen 3-5 wurden von Pastor Friedrich Layriz hinzugefügt und 1844 mit neuem Liedsatz veröffentlicht.

Auch die Nationalsozialisten dichteten das Lied für sich um. Nicht mehr Maria und Jesus wurden darin besungen, sondern die Volksgemeinschaft.

Heute sind vor allem die ersten beiden Strophen von Praetorius und die dritte Strophe von Layriz bekannt. Als Gesangs- und Instrumentalstück erfreut sich das Liedchen größter Popularität, nicht nur in deutschen Kirchen.

Tiffany Tabbert

 

Es ist ein Ros' entsprungen 

1. Es ist ein Ros' entsprungen
aus einer Wurzel zart,
wie uns die Alten sungen,
von Jesse kam die Art
und hat ein Blümlein 'bracht
mitten im kalten Winter,
wohl zu der halben Nacht.

2. Das Röslein, das ich meine,
davon Jesaia sagt,
ist Maria die reine,
die uns das Blümlein bracht.
Aus Gottes ewgem Rat
hat sie ein Kind geboren
und blieb doch reine Magd.

3. Das Blümelein so kleine,
das duftet uns so süß;
mit seinem hellen Scheine
vertreibt's die Finsternis.
Wahr' Mensch und wahrer Gott,
hilft uns aus allem Leide,
rettet von Sünd und Tod.

4. Wir bitten dich von Herzen,
du edle Königin,
durch deines Sohnes Schmerzen,
wann wir fahren dahin
aus diesem Jammertal:
Du wolltest uns begleiten
bis an der Engel Saal!

5. So singen wir all' Amen,
das heißt: Nun wird' es wahr,
das wir begehr'n allzusammen:
O Jesu, hilf uns dar
in deines Vaters Reich!
Darin woll'n wir dich loben:
O Gott, uns das verleih!

Melodie als Liedsatz

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Melodie als Einzelstimme (Sopran)


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Noten gesetzt von Tiffany Tabbert
Vorschaubild aus dem Speyerer Gesangbuch 1599