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Das Torhaus

Helga Drehers Roman „Das Torhaus" ist eine Begegnung mit der Stadt Weimar. Coudrays Torhaus wird zum Augangpunkt einer Nachwendegeschichte. Eine junge Frau erfährt Freundschaft und Hilfe, findet ihre eigenen Wege und zuletzt auch die Liebe. 
Roman 2010, 430 Seiten

Nach Süden nun sich lenken

Nach Süden nun sich lenken

Joseph von Eichendorff

Wanderlied der Prager Studenten

Den Text dieses, auch als „Wanderlied Prager Studenten" bezeichneten Liedes, schrieb Eichendorff vor 1826 und baute ihn in seine Novelle „Aus dem Leben eines Taugenichts" ein. Das Lied bringt die Sehnsucht Jugendlicher nach Freiheit, Abenteuer und Sonne zum Ausdruck. Halb ironisch, halb eifersüchtig blicken sie dabei auch auf die Bürger, die bequem zu Hause hinterm Ofen sitzen können.

Die Melodie stützt sich im ersten Teil auf die Weise eines französischen Jagdliedes aus dem Jahr 1724. Dessen Text lautete: „Pour aller à la Chasse faut être matineux (Wer jagen will, muss früh aufstehen). Dieselbe Weise ist auch dem Lied „Wenn alle untreu werden" unterlegt. Der zweite Teil der Melodie findet sich im Deutschen Lieder- und Kommersbuch von Karl Göpel aus dem Jahr 1847. Als mögliche Komponisten kommen Thomas Täglichsbeck (1799-1867) und Karl Hirsch (1858-1918) in Frage.

Andreas Werner

Notensatz: Hanna Glietz

Nach Süden nun sich lenken
Die Vöglein allzumal
Viel Wand´rer lustig schwenken
Die Hüt im Morgenstrahl
Das sind die Herrn Studenten,
Zum Tor hinaus es geht
Auf ihren Instrumenten
Sie blasen zum Valet:
Ade in die Läng und Breite
O Prag, wir ziehn in die Weite:
Et habeat bonam pacem,
Qui sedet post fornacem!

Nachts wir durchs Städtlein schweifen
Die Fenster schimmern weit
Am Fenster drehn und schleifen
Viel schön geputzte Leut
Wir blasen vor den Türen
Und haben Durst genug
Das kommt vom Musizieren
Herr Wirt, einen frischen Trunk!
Und siehe über ein kleines
Mit einer Kanne Weines
Venit ex sua domo -
Beatus ille homo!

Nun weht schon durch die Wälder
Der kalte Boreas,
Wir streichen durch die Felder
Von Schnee und Regen nass
Der Mantel fliegt im Winde,
Zerrissen sind die Schuh,
Da blasen wir geschwinde
Und singen noch dazu:
Beatus ille homo
Qui sedet in sua domo
Et sedet post fornacem
Et habet bonam pacem!

 

*****

Vorschaubild und Mediaplayerbild: Rita Dadder