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Kennst du Antoine
de Saint-Exupéry?

Karlheinrich Biermann

Großer Beliebtheit erfreut sich noch heute die Geschichte vom kleinen Prinzen, jenem philosophischen Märchen, das von Liebe, Freundschaft und Tod handelt. Darin geht Saint Exupery der Frage nach dem Sinn des Lebens nach und blickt zurück auf sein eigenes: das Abenteuer einer Bruchlandung, das Überleben in der Wüste, die Sehnsucht nach der verlorenen Liebe … all das war dem Autor nur allzu vertraut.

Armin Hary - Der Blitz aus Quierschied

Herbert Kihm

Läufer des Jahrhunderts

Knut Teske* schrieb über ihn (Biographie aus aha-f.de): „Olympiasieger über 100 Meter, Europameister, Weltrekordler mit magischen 10,0 Sekunden für diese ewige „via triumphales" vergöttert und - missverstanden. (....) Harry war wie für den Sprint geboren. Er lief nicht, er flog - anders als die Muskelzwerge der Gegenwart, die mit ihrem Stakkatoschritt effektiv, aber hässlich, die Bahn hinunter hämmern. (...) Niemand hatte Hary, der über seine Gegner kam wie Simson über die Philister, an der Wiege in Quierschied diesen Siegeszug durch die Stadien der Welt gesungen."
Armin Hary wurde als Sohn eines Bergmannes und deutschen Ringermeisters am 22. März 1937 in Quierschied im Saarland geboren. Er erlernte den Beruf des Feinmechanikers und sollte nach dem Wunsch der Eltern eigentlich Geigenvirtuose werden statt sich sportlich zu betätigen. Über den Fußball kam Hary schließlich zur Leichtathletik.

Seine ersten internationalen Titel errang er bei den Europameisterschaften 1958 in Stockholm. Er gewann dort den 100-Meter Lauf und zusammen mit Germar, Fütterer und Mahlendorf die 4-mal-100-Meter Staffel. Schon im gleichen Jahr ergab sich der erste Ärger mit den Funktionären des DLV, die ihm eine Sperre von einigen Monaten einbrachte. Ihm wurde eine falsche Spesenabrechnung vorgeworfen, weil er mit der Bahn statt mit dem PKW gereist sei, dabei ging es um die Summe von 70 DM.
Beim Leichtathletik-Meeting im Zürcher Letzigrund am 21. Juni 1960 gelang ihm schließlich die offizielle Sensation: Als letzter Deutscher und als letzter Europäer der den Weltrekord gehalten hat, lief er als erster Mensch die 100 Meter in 10,0 Sekunden. Auch diesem Rekordlauf gingen wieder Querelen mit den DLV-Funktionären voraus. So hatten diese seine Teilnahme zu torpedieren versucht (wikipedia). Seine Teilnahme bekam er schließlich telefonisch durch die Schweizer Veranstalter mitgeteilt, und er erreichte den Wettkampf erst wenige Stunden vor Beginn mit einer Transportmaschine, da alle offiziellen Flüge ausgebucht waren. Spektakulär auch sein Weltrekordlauf: Im Wiederholungslauf(!) nach einem angeblichen Fehlstart sprintete er dann die 100 Meter Aschenbahn in 10,0 Sekunden herab.

Ein halbes Jahr später krönte er diese Leistung bei den Olympischen Spielen am 1. September in Rom. Er holte über 100 Meter Olympiagold und zusammen mit Cullmann, Mahlendorf und Lauer Gold in der 4-mal-100-Meter Staffel. (Zitat Armin Hary in einem Interview 2007: „Rom waren meine Spiele - ich wollte mich rächen, für alles, was sie mir angetan hatten.")
Nach weiterem Verbandsärger wegen eines „ungebührlichen" Interviews, angeblich falschen Spesenabrechnungen und einer Knieverletzung erklärte er am 1. Mai 1961 das Ende seiner Karriere, die somit nur drei Jahre gedauert hatte, ironisch formuliert: eine Blitzkarriere. Armin Hary war gerade 24 Jahre alt.

Lassen wir zum Schluss noch einmal Knut Teske zu Wort kommen:
„Es dauerte 39 Jahre, bis ihm, dem kritischen Großen, die Ehre zuteil wurde, die ihm gebührte. Sie kam dann, im Jahre 2000, zuhauf: In Deutschland wurde er zum „Läufer des Jahrhunderts" gewählt, im Saarland sogar zum „Sportler des Jahrhunderts." (aha-f.de).

   

  

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*Knut Teske war viele Jahre Redakteur der Tageszeitung „Die Welt". Seit 2002 leitet er die Axel Springer Journalistenschule.