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Sesenheimer Liebeslyrik

Florian Russi

Während seines Studiums in Straßburg lernte Johann Wolfgang von Goethe die Sesenheimer Pfarrerstochter Friederike Brion kennen. Die beiden verliebten sich ineinander und Goethe wurde durch Friederike zu wundervollen Gedichten angeregt.

Einige von ihnen (Heideröslein, Mailied, Willkommen und Abschied u. a.) zählen zu seinen besten und beliebtesten überhaupt. In diesem Heft sind sie vorgestellt und mit Bildern und Erläuterungen angereichert.

Friedrich Silcher

Meister der Chormusik

Silchers Geburtshaus in Schnait, heute Silcher-Museum
Silchers Geburtshaus in Schnait, heute Silcher-Museum

Er hat uns die schönsten Lieder geschenkt und trotzdem ist er vielen ein Unbekannter. Friedrich Silcher wurde am 27. Juni 1789 in Schnait, einem heutigen Stadtteil von Weinstadt in Württemberg geboren. Sein Vater war in dem Ort Schulmeister. Friedrich begann eine Lehre als „Schulknecht" und wurde später Hauslehrer. Über mehrere Stationen gelangte er in die damalige württembergische Residenzstadt Ludwigsburg. Dort begegnete er Carl Maria von Weber, Conradin Kreutzer und Johann Nepomuk Hummel, die sein musikalisches Talent entdeckten und förderten. Silcher wurde Komponist und Musikpädagoge.

Seit 1817 wirkte er an der Universität in Tübingen als Musikdirektor. Er komponierte Motetten, zwei Ouvertüren und kammermusikalische Werke. Herausragende Bedeutung aber erlangte er als Liederkomponist. Er vertonte Texte wie die „Loreley" von Heine, „Ich hatt´ einen Kameraden"  von Uhland, „Am Brunnen vor dem Tore", „Ännchen von Tharau" und viele andere. Der Erfolg dieser Lieder ist wesentlich auch seinen einfühlsamen Melodien zu verdanken. Seine Vertonung vom „Muss i denn zum Städtele hinaus" regte Elvis Presley zu einer eigenen Interpretation an. Das Lied „So nimm denn meine Hände", dessen von Julie Hausmann stammender Text von Hermann H. M. Brueckner kongenial ins Englische übersetzt wurde, erlebte eine weltweite Verbreitung.

Silcher, der seit 1822 mit Luise Rosine Enßlin (1804-1871) verheiratet war und mit ihr drei Kinder hatte, starb als 71-jähriger am 26. August 1860 in Tübingen. Dort ist er auf dem alten Stadtfriedhof beerdigt. In seinem Geburtshaus in Schnait befindet sich heute ein ihm und seiner Arbeit gewidmetes Museum.

Silchers Lieder gehören bis heute zum Repertoire fast aller deutscher Chorvereinigungen. Sie werden von vielen Menschen gesungen, die zwar seinen Namen nicht kennen, ihm aber durch ihren begeisterten Gesang immer wieder ihre Achtung bezeugen.
 
Ihm zu Ehren wurde auch eine Rebsorte auf den Namen „Silcher" getauft.

  

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Bildquellen:
Bild 1:
wikipedia - Friedrich Silcher, Hochzeitsbild um 1822 - gemeinfrei
Bild 2:
wikipedia -  gemeinfrei