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Martin Schneider
Kennst du Leo Tolstoi? 

Welche Persönlichkeit steckt hinter diesem großen Mann der russischen Literatur? Über das bewegte und gegensätzliche Leben Tolstois weiß dieses Buch zu erzählen. Zugleich stellt es einige ausgewählte Werke dieses großen Visionärs in Auszügen vor.

 

Deutscher Wald

Wälder spielen in Deutschland eine sehr wichtige Rolle. Sie dienen als Wander- und Erholungsgebiete und sind ein Teil der deutschen Seele. Vor allem zur Zeit der Romantik wurde der Wald zum zentralen Ort des deutschen Gemüts erhoben. Viele Sagen und Märchen handeln im Wald. Die Gebrüder Grimm beschrieben ihn als Ort, an dem Kulte und Überlieferungen entstanden und festgehalten worden sind.

In unzähligen Liedern und Gedichten wurde ihm gehuldigt. Die deutsche Jugend- und Wandervogelbewegung zog „singend durch Wald und Feld".

Plan des Biosphärenreservat Pfälzerwald/Vosges du Nord
Plan des Biosphärenreservat Pfälzerwald/Vosges du Nord

Tatsächlich ist der Wald ein bedeutender gesellschaftlicher und wirtschaftlicher Faktor. Insgesamt 109.000 km², des deutschen Staatsgebietes sind bewaldet. Das entspricht 30% der Gesamtfläche (54% des Bodens wird landwirtschaftlich genutzt, 16% sind besiedelt bzw. Industriegebiet). Den höchsten Waldanteil haben die Bundesländer Hessen (42% der Landesfläche) und Rheinland-Pfalz (42%), den niedrigsten die Stadtstaaten Hamburg (5%) und Bremen (3%). 56% der Wälder sind Laub- und Mischwälder. 52% befinden sich im öffentlichen, 48% in privatem Besitz. Die Zahl der Privateigentümer beträgt 1,3 Millionen. Das größte zusammenhängende Waldgebiet in Deutschland ist mit 1771 km² der Pfälzer-Wald. Beliebte Touristik und Wandergebiete sind unter anderem der Thüringer-, der bayrische-, der Oden-, der Frankenwald und der Schwarzwald, Fichtelgebirge, Taunus und Harz. Die Wälder tragen sehr wesentlich zur Gesundheit der Landesbewohner bei. Sie binden Stickstoff und produzieren Sauerstoff. Statistiker haben ausgerechnet, dass die Deutschen durchschnittlich insgesamt etwa 1,5 Milliarden Waldbesuche im Jahr machen.

Im frühen Mittelalter war man sehr sorglos mit dem Wald umgegangen. Viel Holz wurde benötigt für die Errichtung von Gebäuden für den Schiffsbau und zum Heizen. Dadurch wurde der Baumbestand in Deutschland erheblich dezimiert. Viele Wälder wären gänzlich verschwunden, wenn nicht einige Verantwortliche die Gefahr erkannt und ihr entgegen gewirkt hätten. Als erstes deutsches Fürstentum erließ im Jahr 1442 das Bistum Speyer eine Ordnung zum Schutz und Erhalt der Wälder. Andere Herrschaften folgten diesem Beispiel und so ist Deutschland heute eines der waldreichsten Gebiete in Europa.

Der deutsche Wald ist sehr wildreich. Die Jagd bildet einen wichtigen Freizeit- und Wirtschaftsfaktor. In der Jagdsaison 2010/11 wurden in Deutschland fast 68.000 „Stück" Rotwild, 63.266 Dam-, 585.244 Schwarz- und 1.138.593 Rehwild erlegt. Durchschnittlich wird in den deutschen Wäldern in jedem Jahr eine Menge von über 40 Millionen m³ nachhaltig nutzbares Holz gefällt.

Der Wald ist ein lebender Organismus, der Entwicklungen, Gefährdungen und Krankheiten unterworfen ist. Auch in den vergangenen Jahrhunderten gab es Zeiten, in denen bestimmte Baumarten oder ganze Waldgebiete erkrankten und auch starben. Die Hege und Pflege der Wälder war und ist daher ein gesellschaftspolitisches Anliegen. Das große Ulmensterben der Jahre 1970 - 1990 wurde durch Ulmensplintkäfer und Schlauchpilze verursacht. Gelegentlich müssen die Menschen der Natur mit Ihren chemisch-pharmazeutischen Kenntnissen zu Hilfe gehen. In jedem Fall wünschen wir uns, dass wir noch lange singen oder sagen können: „o schöner, grüner Wald".

Deutscher Wald

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Karte: Wikipedia

erstellt von --RalfZi 18:22, 3 May 2005 (UTC), Plan erstellt von Benutzer Sansculotte

Fotos:  Anna Hein